Leipzig hat höchsten Schuldenstand in Sachsen

Die aktuelle Pro-Kopf-Verschuldung in Leipzig beträgt 1281 Euro. Der Schuldenberg ist in den letzten Jahren aber um ein Drittel gesunken.

Unter den sächsischen Großstädten hat Leipzig die meisten Schulden. Das geht aus einer Statistik des Finanzministeriums hervor. Die Stadt ist mit mehr als 680 Millionen Euro verschuldet. Darüber hinaus erhält die Messestadt weniger Einnahmen als erwartet.

Wenn man die Schulden der Stadt Leipzig mit der Einwohnerzahl in ein Verhältnis setzt, läge die Pro-Kopf-Verschuldung bei 1281 Euro. Zum Vergleich: In Chemnitz beträgt dieser Wert rund 830 Euro, in der Landeshauptstadt Dresden sogar nur 9 Euro. Aber immerhin: Der Schuldenberg selbst ist in den letzen Jahren um ein Drittel gesunken.

Interview mit Matthias Hasberg, Pressesprecher Stadt Leipzig:
„Wir haben ein Entschuldungskonzept und das geht über Jahrzehnte und wir hoffen das wir runterkommen. Wir haben umgeschuldet. Der Zinsmarkt kommt uns sehr zu Gute, d.h. die Zinslast drückt stark. Es wird getilgt – jedes Jahr mehrere Millionen. Was wir aber nicht machen ist, bei Investitionen zu sparen, da haben wir ganz klare Ansagen. Jedes Jahr werden ungefähr 150 Millionen Euro investiert. Das ist auch wichtig bei einer wachsenenden Stadt.“

Obwohl sich auch die Einnahmen durch die Gewerbesteuer erhöhen, hat die Stadt Leipzig auf diesem Weg im vergangenen Jahr 28 Millionen Euro weniger eingenommen als erwartet. Dies hat mehrere Günde:

Interview mit Matthias Hasberg, Pressesprecher Stadt Leipzig:
„Das Eine ist eine Änderung im Umsatzsteuergesetz. Das heißt große Konzerne können ihre Steuerlast intern anders verbuchen. Das schlägt auf alle Kommunen durch, nicht nur auf Leipzig. Und dann gibt’s den Sonderfall VW. VW ist belastet durch die Abgasgeschichte mit großen Nachforderungen und das schlägt dort auf die Steuerlast und das merken alle Standorte. Und Leipzig ist mit Porsche eben auch VW-Standort.“

Insgesamt ging das vergangene Jahr für die Stadt mit einem ausgeglichenen Haushalt zu Ende. Für 2016 könne aber noch keine Prognose getroffen werden, erklärte Hasberg weiter.