Leipzig punktet in Hongkong und Shenzhen und holt Millionenauftrag

Einen Millionenauftrag bringt das Leipziger Unternehmen Fischer Analysen nach dem Besuch der Leipzig-Delegation unter Führung von OBM Burkhard Jung bei der Firma Headway Bio-Sci & Tech Co. LTD mit nach Hause. Seit 2008 liefern die Leipziger  jährlich etwa 100 Geräte zur Erkennung Magenkrebs an ihren Partner im chinesichen Shenzhen und machen damit einen Umsatz von 1 Million Euro.

Die nun im Beisein von OBM Jung unterzeichnete Vereinbarung bedeutet für die Leipziger, dass sie für 6000 weitere chinesische Krankenhäuser Geräte entwickeln und herstellen können.
Nicht nur in der Medizintechnik, sondern grundsätzlich wollen Leipzig und die rasant wachsende chinesische Millionenstadt Shenzhen stärker kooperieren. Darauf einigten sich beide Oberbürgermeister bei ihrem ersten gemeinsamen Gespräch, das im Rathaus von Shenzhen stattfand. Im Rahmen seines Hongkong-Aufenthaltes hatte Leipzigs OBM Burkhard Jung die junge, dynamische Nachbarstadt besucht.

Shenzhen war erst vor 30 Jahren gegründet worden, hat heute bereits 14 Millionen Einwohner, ist  damit mittlerweile deutlich größer als Hongkong, und befindet sich in Sachen Wirtschaftsstärke schon auf Platz vier in China. „Im vergangenen Jahr lag das Wachstum der Stadt bei 25 Prozent“, sagte Shenzhens OBM Xu Yin.

Ebenfalls auf Platz vier in China befindet sich der Logistik-Umsatz des Airports Shenzen. Gerade in diesem Bereich wollen beide Städte stärker voneinander profitieren. Aus diesem Grund traf sich Jung, begleitet von Markus Kopp (Vorstand Mitteldeutsche Flughafen AG) auch mit Qin Lizhong (Geschäftsführer Flughafen Shenzhen) und Dieter Oppel (Geschäftsführer International Cargo Centre Shenzhen). Neben ihrem bisherigen Airport errichtet die chinesische Stadt momentan einen völlig neuen Großflughafen.

„Ich sehe in der Logistik und beim Flugverkehr ein sehr fruchtbares Handlungsfeld, das wir gemeinsam beackern sollten“, so Jung. Zufrieden mit den Gesprächen zeigte sich auch Markus Kopp: „Das Treffen zeigte, dass die strategische Kooperation zwischen den Flughäfen im Logistikbereich eine gute Grundlage für eine darüber hinaus gehende Zusammenarbeit ist. Gerade in diesem Teil der Welt spielt Vertrauen eine sehr große Rolle – das gewinnt man nur über längere Zeit.“

Bei Energieeinsparung und Umweltschutz wollen beide Städte ebenfalls eine Beziehung aufbauen. Nachhaltigkeit sei für das schnell wachsende Shenzhen ein Zukunftshema, so Xu Ying. „Wir wollen deshalb ein Innovationszentrum entwickeln.“ Jungs Vorschlag, dafür den Kontakt zum Umweltforschungszentrum in Leipzig herzustellen, fand beim OBM Shenzhens große Zustimmung: „Eine sehr gute Idee. Wir möchten in diesem Bereich kooperieren.“ Er zeigte sich ebenfalls hoch interessiert am Internationalen Transportforum auf der Leipziger Messe, zu dem Jung ihn einlud. „Ich möchte Leipzig bald besuchen“, so Xu Ying.

Die Leipzig-Delegation kehrte am Montag aus Asien zurück. Dort hatte sie parallel zu den Auftritten von Gewandhausorchester, Oper und Thomanerchor Kontakte mit Vertretern aus Wirtschaft und Verwaltung geknüpft. Jeden Abend fand während des Hongkong Arts Festival eine aufsehenerregende Lichtinstallation der Leipzig Tourismus und Marketing (LTM) GmbH statt, die viele Hongkonger und internationale Gäste auf die Musikstadt Leipzig aufmerksam machte. In diesem Zusammenhang lud LTM mit der Deutschen Zentrale für Tourismus 20 hochkarätige Reiseveranstalter zu einer Leipzig-Präsentation ein.