Leipzig sagt Großevents ab – Schulen und Kitas bleiben offen

Leipzig - Veranstaltungen in Leipzig mit über 1000 Besuchern sind vorerst verboten. Events mit über 200 Teilnehmern müssen dem Ordnungsamt gemeldet werden. Das teilte die Stadt am Donnerstag mit. Der Erlass gilt zunächst bis Karfreitag.

Auch in Leipzig werden Veranstaltungen mit über 1000 Besuchern verboten. Events mit weniger Besuchern sind nur noch unter strengen Auflagen möglich. Das teilte die Stadt am Donnerstag mit. Sie setzt damit einen Erlass des sächsischen Gesundheitsministeriums um und gilt zunächst bis Karfreitag. "Das Betrifft alle Veranstaltungen, vom Konzert bis zum Gottesdienst. Also auch die Goldene Hochzeit mit über 200 Teilnehmer", sagte Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung. "Entschieden wird übrigens nun nicht mehr ob es sich um eine Indoor- oder Outdoor-Veranstaltung handelt."

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Private Veranstaltungen mit über 200 Teilnehmern müssen ab sofort dem Ordnungsamt gemeldet werden. Sie werden nach eigenen Angaben streng geprüft. Grundlage sind die Kriterien des Robert-Koch-Instituts.

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Schulschließung "kein probates Mittel"

Schulen und Kitas bleiben unterdessen geöffnet. "Wir sind der Meinung, dass sie weiter geöffnet bleiben sollten. Wir halten es in Leipzig - im Gegensatz zu Halle - für kein probates Mittel. Weil wir dann auch Menschen treffen, die wir in Leipzig dringend benötigen, wie Krankenschwestern, Polizisten und Feuerwehr", so Jung. "Allerdings kann sich das in 14 Tagen auch schon wieder ändern."

"Wir alle sollten Ruhe bewahren und den gesunden Menschenverstand nicht verlieren. An einer normalen Grippe zu erkranken ist um ein Vielfaches höher, als das Coronavirus zu bekommen", beruhigt Prof. Dr. Christoph Lübbert vom Klinikum St. Georg. "Es läuft in der Regel wie eine normale Erkältung ab."

Rund 1000 Anrufe täglich bei "Coronahotline"

"Bei ca. 20 Prozent der Infizierten können Lungenentzündungen auftreten," sagt Dr. Regine Krause-Döring, Leiterin des Gesundheitsamtes. "Erkrankte Personen stecken in der Regel 2-3 weitere Personen an." Die seit Freitag geschaltete Corona-Hotline hätten jeden Tag rund 1000 Bürger angerufen. Etwa 60 bis 70 Prozent haben allgemeine Fragen.

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"Rund 40 Patienten befinden sich aktuell in Quarantäne. Sie werden von Mitarbeitern des Gesundheitsamtes täglich angerufen und gefragt, ob sie Dinge brauchen und ob es ihnen gut geht", sagt Dr. Ingrid Möller vom Gesundheitsamt. "Wer sich nicht an die Quarantänezeit von 14 Tagen hält, dem drohen Bußgelder von bis zu 25.000 Euro."

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