Leipziger Bahnhofsmission droht Schließung

Die Stadt plant für das Jahr 2011 die komplette Streichung der Förderung für die Ökumenische Bahnhofsmission in Leipzig.

„Ohne die Förderung kann die hauptamtliche Arbeit der Bahnhofsmission nicht mehr finanziert werden. Damit droht die Schließung“, so der Caritas-Geschäftsführer, Tobias Strieder. Das Land hatte bereits 2009 die Förderung halbiert und sich 2010 komplett herausgezogen. Nunmehr sieht sich auch die Stadt nicht in der primären Verantwortung für die sozialen Aufgaben und Diensteam Bahnhof.

In ihrer fast 100-jährigen Geschichte musste die Leipziger Bahnhofsmission bereits zwei Mal in Zeiten der Diktatur schließen (1939 und 1956). „Es sieht ganz danach aus, dass die Bahnhofsmission nun auch Opfer der massiven Kürzungen im sozialen Bereich wird“, so Strieder.

Die Leipziger Bahnhofsmission, die in gemeinsamer Trägerschaft von Caritas und Diakonie betrieben wird, bietet in einem der europaweit größten und modernsten Kopfbahnhöfe Hilfe für Menschen in Notsituationen an.

2009 waren das insgesamt 19.173 Betroffene. Die drei hauptamtlichen Mitarbeiter in Teilzeit und die 24 ehrenamtlichen Mitarbeiter helfen nicht nur alten, behinderten und blinden Menschen beim Umsteigen und Orientieren im Bahnhof, sondern sie informieren, beraten und leisten erste soziale Hilfe. Neben der Möglichkeit sich in den Räumen der Bahnhofsmission aufzuhalten, vermitteln die Mitarbeiter die Hilfesuchenden zu anderen Fachdiensten in der Stadt.

Quelle: Diakonie Leipzig