Leipziger Ballett lässt Clowns tanzen

Leipzig – Ein Ballettabend, zwei Stücke. An der Oper Leipzig feiert am Samstag die Inszenierung „Boléro / Le Sacre du Printemps“ Premiere. Choreografiert von Johan Inger und Mario Schröder treffen dabei zwei Skandalstücke des frühen 20. Jahrhunderts klanggewaltig aufeinander.  

 

 

Maurice Ravels „Boléro“. Igor Strawinskys „Le Sacre du Printemps“. Zwei Stücke, die in ihrem Charakter kaum unterschiedlicher sein könnten, finden an der Oper Leipzig gemeinsam an einem Abend ihren Weg auf die Bühne. „Walking Mad“, das Tanzstück des schwedischen Choreografen Johan Inger, ist eine Hommage an Ravels „Boléro“ und kreist ganz und gar um menschliche Beziehungen, ein Auf und Ab der Gefühle.
Ballettdirektor und Chefchoreograf Mario Schröder nimmt sich im zweiten Teil des Abends dem Tanzklassiker der Moderne an, Strawinskys „Le Sacre du Printemps“. Zur Uraufführung 1913 ein Skandal, gilt das Ballett heute als Meilenstein des zeitgenössischen Tanzes. Für das Ballett bedeutete das, zwei völlig unterschiedliche Choreografien einzustudieren.
Bei beiden Stücken ist die Bühne betont schlicht gehalten. Im Vordergrund stehen die Bewegungen der Tänzer. Bei „Boléro“ ist ein große Holzwand das einzige Element auf der Bühne und gleichzeitig Teil der Choreografie.
In „Le Sacre du Printemps“ setzt sich Mario Schröder in seiner Choreografie mit den Ängsten und Ritualen sowie mit dem Thema des Opfers in unserer heutigen Gesellschaft auseinander und wählt dafür ein ungewöhnliches Kostüm für seine Tänzer. Sie stehen als Clowns auf der Bühne.
Am Samstag feiert der zweiteilige Ballettabend Premiere an der Oper Leipzig. Die nächsten Vorstellungen sind am 10. Februar sowie am 25. März und am 8. April.