Leipziger Diskotheken wehren sich gegen Rassismusvorwürfe

Ein Test des Antidiskriminierungsbüros vom Oktober 2011 soll ergeben haben, dass es in Leipziger Diskotheken angelich rassistische Einlasskontrollen geben würde. DIe Leipziger Clubbetreiber weisen diese Vorwürfe vehement zurück. +++

Das Antidiskriminierungsbüro Sachsen e.V. (ADB) hatte den Test durchgeführt, in dem zwei Testgruppen versuchten, in Leipziger Clubs Einlass zu finden.

Das Ergebnis des Tests war, dass die Gruppe mit Testpersonen, die einen scheinbaren Migrationshintergrund hatten, häufig unter Vowänden der Zutritt zum Club untersagt worden sein, während andere Gäste mit „deutschem“ Aussehen angeblich ohne Probleme am Einlass vorbei kamen.
Diese Ungleichbehandlung soll das Antidiskriminierungsbüro, das seit 2004 die zentrale Anlaufstelle bei Diskriminerungsbeschwerden in Sachsen ist, in Zusammenarbeit mit dem StudentInnen-Rat der Uni Leipzig aufgedeckt haben.

Auf Anfrage von LEIPZIG FERNSEHEN äußerten sich Vertreter der betroffenen Clubs kritisch zu den Vorwürfen und wiesen sie vehement von sich.

„Wir sind seit 12 Jahren in Leipzig und bisher gab es nicht einen Beschwerdefall eines Gastes, der sich aufgrund seiner Nationalität ungerecht behandelt fühlte, weil er an der Tür abgelehnt wurde.“, so Jens Bachmann, Geschäftsführer vom Club „Velvet“.

„Von uns (den Clubs, Anm. d. Red.) werden konstruktive Lösungen verlangt, um dem Problem entgegenzuwirken. Das Verhalten des ADB, Klage einzureichen und das Problem in dieser Form zu kommunizieren, ist aber alles andere als konstruktiv.“, so Bachmann weiter.

Die Leipziger Clubs sind aber dennoch bereit, an den angeblichen Problemen bei den Einlasskontrollen zu arbeiten. 

„Auch wir befinden uns seit längerem mit dem Antidiskriminierungsbüro in regem Austausch. Unter anderem arbeiten wir gemeinsam an einer Anpassung der Hausordnung und sind ganzheitlich an einer für alle Seiten akzeptablen Lösung interessiert und wünschen weiterhin den Dialog.“, so Alexander Gaube vom Leipziger „Nachtcafé“ in einer offiziellen Stellungnahme gegenüber LEIPZIG FERNSEHEN.

Nach den Tests im Oktober hatte das ADB und der StudentInnen-Rat das Gespräch mit den Clubs gesucht, gegen die Klage eingereicht wurde. Das Ordnungsamt der Stadt Leipzig war dabei der Vermittler. Am 16.12.2011 fand die Gesprächsrunde statt.

„Das Gespräch im Dezember 2011 zwischen den betreffenden Clubs und dem ADB verlief ohne Ergebnisse. Die Anschuldigungen und Forderungen des ADB waren nicht gerechtfertigt. Bereits damals hatte der Verein ja Klage wegen Verstoßes gegen die Gewerbenorm eingereicht. Diese Verfahren wurden aber allesamt eingestellt.“, erklärte Dr. Falk Jänicke, Rechtsanwalt des Leipziger Clubs L1, gegenüber unseres Senders.

Die nun aktuellen Klagen durch das Antidiskriminierungsbüro werden mit einem Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) begründet, welches seit 2006 in Kraft ist.

Ob die Problematik nun letztendlich vor dem Leipziger Amtsgericht ein juristisches Nachspiel hat, entscheidet sich nächste Woche, wenn die Klageschriften voraussichtlich bei den betroffenen Clubs eingehen werden.

LEIPZIG FERNSEHEN wird dieses Thema weiter begleiten.