Leipziger Jobcenter verlängert Theaterprojekt für Langzeitarbeitslose

Ab Juni geht die Aktion „Kunst-Macht-Arbeit“ in eine weitere Runde. Das Jobcenter Leipzig hat zwei neue Maßnahmen mit insgesamt 40 Teilnehmerplätzen für das ungewöhnliche Theaterprojekt bewilligt. +++

Nach der jüngsten Premiere des Leipziger Theaterprojekts für langzeitarbeitslose Leipziger am vergangenen Freitag hatte Thomas Edom, Projektleiter beim Träger Jugend, Kultur und Medienwerkstatt e.V., gleich doppelt Grund zur Freude. Denn nicht nur die Premiere des Stücks „Der letzte Macht das Licht aus!“ verlief pannenfrei, sondern die neuen Bewilligungsbescheide vom Jobcenter Leipzig sind ebenfalls eingetroffen. Ab Juni wird der Träger unter dem bekannten Projektnamen „Kunst-Macht-Arbeit“ zwei weitere Theaterprojekte für Langzeitarbeitslose durchführen.

„Am Anfang der Maßnahmen stehen die Teilnehmer unserer Arbeit oft skeptisch gegenüber. Aber im Laufe der Zeit und erst recht nach einer erfolgreichen Aufführung, erleben wir selbstbewusstere Menschen, die wieder den Mut und den Willen haben, sich aus der beruflichen Sackgasse heraus zu manövrieren. Genau darin besteht unser Ziel“, so der Projektleiter.

Auch Dr. Simone Simon, Geschäftsführerin des Jobcenters Leipzig, begrüßt die Fortsetzung des Projekts. „Die Theaterarbeit mit allem, was auf, vor und hinter der Bühne dazugehört, ist eine gute Möglichkeit, Menschen wieder beruflich voran zu bringen. Neben dem Einstudieren eines Theaterstücks, werden so auch Teamfähigkeit, Durchhaltevermögen und Verlässlichkeit vermittelt – Eigenschaften, die im Berufsleben sehr wichtig sind“, so die Jobcenter-Chefin.

Die Besucher der Theaterpremiere am vergangenen Freitag konnten sich selbst ein Bild zum Ergebnis des Kreativprojektes machen. Die insgesamt zwanzig jungen Menschen, die seit Anfang des Jahres unter professioneller Anleitung als Darsteller oder Bühnengestalter das Stück „Der Letzte macht das Licht aus!“ auf die Beine gestellt haben, wurden von den Besuchern begeistert gefeiert. Das Theaterstück beschäftigt sich mit dem Thema Mobbing an der Schule. In den nächsten Wochen stehen weitere Aufführungen vor Schulklassen an. Die Jugendlichen kommen mit Ihrem Theaterprojekt nach Absprache auch gern in interessierte Einrichtungen oder Unternehmen.

Ab Juni beginnen dann zwei weitere Theaterprojekte für insgesamt 40 Teilnehmer. Im Rahmen von Arbeitsgelegenheiten, sogenannte „Ein-Euro-Jobs“, eine davon ausschließlich für unter 25-jährige, werden langzeitarbeitslose Leipziger Bürger mit den Mitteln und Methoden der Theaterarbeit wieder an den Arbeitsmarkt herangeführt. Neu an den ab Juni laufenden Maßnahmen ist, dass diese ohne sozialpädagogische Begleitung stattfinden. Denn durch die Instrumentenreform ab 1. April ist dies nicht mehr möglich.

Seit 2007 fördert das Jobcenter Leipzig Theaterprojekte. Etwa ein Drittel der Arbeitslosen, die am Projekt teilnehmen, schafft innerhalb von drei Monaten den Sprung in den ersten Arbeitsmarkt oder in eine Berufsausbildung. Das soll auch so weitergehen. „Unser Ziel ist es nicht, Schauspieler hervorzubringen, sondern die Menschen über kreatives Arbeiten zu bestärken, um wieder den Anschluss an die Berufswelt zu schaffen“, erklärt Dr. Simone Simon. Thomas Edom ergänzt: „Wir werden durch die neuen Fördermaßnahmen auch weiterhin langzeitarbeitslosen Bürgern der Stadt die Chance geben, sich quasi spielerisch auf eine neue berufliche Etappe vorzubereiten“