Leipziger Kabarettist „Academixer“-Gründer Christian Becher gestorben

Die academixer trauern um den Kabarettisten und Gründungsvater Christian Joachim Becher. Er ist Donnerstagnachmittag nach langer schwerer Krankheit eingeschlafen. Mehr bei LEIPZIG FERNSEHEN Online. +++

Christian Becher wurde am am 1. Juli 1943 in Limbach-Oberfrohna geboren. Seine künstlerische Berufung fand Christian Becher bereits als Jugendlicher, damals spielte er bei kirchlichen Laienspielen mit. Nach dem Abitur studierte er an der Leipziger Handelshochschule Wirtschaftswissenschaften. Bereits als Student gründete er sein erstes, wenn auch nur kurzlebiges Kabarett. Und er spielte an der Studentenbühne der damaligen Karl-Marx-Universität, wo er Jürgen Hart, Bernd Lutz Lange und Gunter Böhnke kennenlernte.

Gemeinsam gründeten sie nun das von Erfolg gekrönte Studentenkabarett academixer, welches 11 Jahre später zum Berufskabarett avancierte. Christian Becher blieb auch nach dem Studium festes Ensemblemitglied der academixer. Zudem arbeitete er als Regisseur an anderen Theatern. Insbesondere blieb er bis 1989 der Studentenbühne der Universität (Poetisches Theater) innig verbunden. 1977 inszenierte er im Beyerhaus einen legendären Ringelnatz-Abend. Es ist sein erstes eigenes Programm, welches an vielen DDR-Bühnen nachgespielt wurde. Er inszenierte in dieser Zeit gerne Stücke des – in der ehemaligen DDR verpönten – absurden Theaters, wie „Warten auf Godot“ von Samuel Beckett, „Die Frau zum Wegschmeißen“ von Dario Fo oder „Wir sind noch einmal davongekommen“ von Thornton Wilder. Ein erstes Soloprogramm als Kabarettist, das Stück hieß „game over“, präsentierte er erst 1997.

Von 2001 bis 2006 war er künstlerischer Leiter der academixer und prägte das academixer-typische Ensemblespiel maßgeblich mit. Das letzte Mal stand Christian Becher am 19. September 2010 mit seinen Kollegen bei der Veranstaltung „Hart bleibt Hart“ auf der academixer-Bühne. Aus gesundheitlichen Gründen zog er sich im Herbst 2010 zunächst aus der Bühnenarbeit, dann zunehmend aus der künstlerischen Arbeit zurück.

An seinem Stammplatz am Stammtisch im Mixerkeller prangt ein kleines Messingschildchen – „Hier bechert der Becher“ steht darauf. So becherst du dann weiter mit uns, mach’s gut – Chrischan.