Leipziger Kripo gelingt Schlag gegen Rauschgiftbande

Seit Oktober 2009 hat die Kriminalpolizei der Polizeidirektion Leipzig eine Rauschgiftbande im Visier gehabt. Der lange und zeitintensive Aufwand hat sich letzte Woche bezahlt gemacht:

Ein 51-jähriger tschechischer Tatverdächtigter reiste am 11. Mai nach Deutschland ein, so die Polizei. In Leipzig übergab er an einen 46-jährigen kroatischen Tatverdächtigten ca. 1,4 kg Amphetamine. Hier erfolgte dann der schnelle Zugriff der Kriminalpolizei und der Spezialeinheit. Das Paket Rauschgift war für einen 38-jährigen deutschen Tatverdächtigten bestimmt, der im Vorfeld einen Kurier mit dem Geld nach Tschechien schickte. Auch dieser Tatverdächtigte wurde observiert, so die Leipziger Polizei.

Der 38-Jährige wartete an einer Leipziger Gaststätte auf den Kroaten, der ihm die Ware übergeben sollte. Er musste nicht lange warten. Zwar kam nicht seine Verabredung, dafür aber sehr schnell und überraschend die Polizei, die hier den Zugriff durchführte und den Deutschen festnahm.

Bei der anschließenden Wohnungsdurchsuchung bei dem 38-jährigen Deutschen wurden mehrere Tausend Euro Bargeld und eine scharfe Waffe gefunden und beschlagnahmt, so die Polizeibeamten.

Die drei Tatverdächtigten wurden dem Ermittlungsrichter vorgeführt und es wurde Haftbefehl erlassen. Der 37-jährige, Kurier, der das Geld nach Tschechien brachte, wurde drei Tage später, am vergangenen Freitag ebenfalls festgenommen und dem Haftrichter
vorgeführt.

Im Zuge der weiteren Ermittlungen wurden noch zwei Tatverdächtigte ermittelt. Ein 26-jähriger Leipziger fungierte als Hauptverkäufer für den 38-jährigen Hauptbeschuldigten und ein weiterer 22-jähriger Leipzig war „Lagerist“ der heißen Ware.

Bei Beiden wurde eine Wohnungsdurchsuchung durchgeführt. Hier wurden insgesamt 42 g Amphetamine, 7,6 g Kokain, 430 g Glutamat (Streckmittel) und 2,5 g Marihuana sowie 570 Euro in szenetypischer Stückelung beschlagnahmt, teilte ein Pressesprecher der Polizei Leipzig am Dienstag mit.

Der Marktwert des sichergestellten Rauschgifts beträgt ca. 120.000 Euro. Die Staatsanwaltschaft Leipzig und die Kriminalpolizei ermitteln nun wegen unerlaubten bandenmäßigen Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge.