Leipziger Kulturlandschaft bald ohne Kultur?

Was wäre eine Stadt wie Leipzig ohne Theater, Oper oder Gewandhaus. Aber gerade für den Erhalt solcher Einrichtungen der Stadt steht es gerade „5 vor 12“. Denn der Kultur soll das Geld gekürzt werden. Dagegen regt sich Widerstand – und zwar unter genau diesem Motto „5 vor 12“.

Langsam wird es knapp. Den Kulturschaffenden der Stadt Leipzig läuft die Zeit davon.
Am Mittwoch entscheidet der Landtag über die Neuregelung des Gesetzes für die Kulturräume des Freistaates. Im schlimmsten Fall könnte das die Leipziger Kulturlandschaft mehr als 1 Million Euro kosten. Geld, das in die Landesbühnen investiert werden soll. Doch es ist nicht alleine diese Summe, die das Leipziger Oberhaupt verärgert.

Interview: Burkhard Jung – Oberbürgermeister Leipzig

Bereits im Oktober hatte die Stadt Leipzig ein Gutachten in Auftrag gegeben, dass die Novellierung auf ihre Rechtsmäßigkeit überprüfen sollte. Im Ergebnis der Überprüfung wurde die Neuregelung für verfassungswidrig erklärt. Mit der am Montag um „5 vor 12“ vorgetragenen „Leipziger Erklärung“ riefen Kulturschaffende der Stadt die Abgeordneten des Sächsischen Landtages dazu auf, gegen die vorgeschlagene Änderung des Kulturraumgesetzes zu stimmen.

Mehr als 200 Vertreter von Theatern, Museen und anderen kulturellen Einrichtungen hatten die Erklärung im Vorfeld unterschrieben. Vor allem die drei großen Institutionen Oper, Centraltheater und Gewandhaus sind von den drohenden Kürzungen betroffen. Durch die kurzfristigen finanziellen Einschnitte, kann eine Planungssicherheit nicht mehr gewährleistet werden – rotes Licht für geplante Projekte.

Interview: Andreas Schulz – Gewandhausdirektor

Nicht ganz so drastisch würde es die kleineren Institutionen treffen.

Interview: Martin Heering – Geschäftsführer LOFFT

Wie sich die Kürzungen genau auf die Leipziger Kulturlandschaft auswirken, ist derzeit noch nicht klar. Kampflos wollen sich Leipzigs kreative Köpfe aber nicht geschlagen geben.
Sollte sich der Landtag am Mittwoch für die Änderungen aussprechen, schreckt die Stadt auch nicht vor rechtlichen Schritten zurück.