Leipziger Lärmaktionsplan: Trotz Bürgerbeteiligung noch Nachbesserungsbedarf

Leipzig ist laut. Manchmal sogar sehr laut. Aus diesem Grund hat die Stadt einen Lärmaktionsplan entworfen, zu dem auch die Leipziger selbst ihre Vorschläge einbringen konnten. Und das sind so einige. Die Ergebnisse wurden heute vorgestellt. +++

Eine Großstadt macht Krach. Und der wird immer mehr. Den Leipzigern allerdings ist ihr Lärm nicht egal. Mehr als 380 Hinweise und Vorschläge zum Lärmaktionsplan der Stadt sind in den vergangenen drei Monaten eingegangen. Das ist eine ganze Menge und die Quintessenz des Ganzen ist – wer hätte das gedacht – es ist zu laut in Leipzig.

Interview: Heiko Rosenthal, DIE LINKE – Beigeordneter für Umwelt, Ordnung, Sport

Der Gesetzgeber gibt keine Grenzwerte für Lärm vor. 70 Dezibel am Tage und 60 in der Nacht hat die Stadt nun als Auslösewert festgelegt. Das heißt, alles was darüber ist, soll und muss leiser werden. Auch dem umweltpolitischen Sprecher der LINKEN im Stadtrat brennt das Thema auf den Nägeln.
Obwohl krank geschrieben, wollte Reiner Engelmann sich äußern und bemängelt unter anderem, dass zwischen Lärmkartierung und Planerstellung drei Jahre liegen.

Interview: Reiner Engelmann, DIE LINKE – Stadtrat

Kosten wird es allerdings etwas. Gelder für geplante Maßnahmen wie neue Straßenbeläge oder der Stadtbahnausbau in Georg-Schumann- und Karl-Liebknecht-Straße müssen im chronisch klammen Stadtsäckel erst einmal da sein. Vieles wird nur mittel-und langfristig realisierbar. 

Interview: Heiko Rosenthal, DIE LINKE – Beigeordneter für Umwelt, Ordnung, Sport

Reiner Engelmann sieht das anders. Seiner Meinung nach wurde der Plan so lange bearbeitet, bis keine zusätzlichen Gelder zur Lärmreduktion notwendig wurden.

Interview: Reiner Engelmann, DIE LINKE – Stadtrat

Die Leipziger selbst fordern vor allem eins: eine grundlegende Überarbeitung des Lärmaktionsplans mit der Absenkung der Auslösewerte, der Berücksichtigung des Fluglärms und der Kartierung der gesamten Stadt. Die betrachtet das Ganze erst einmal nur als Spitze des Eisbergs. Das ist es in der Tat.