Leipziger Region verärgert über OBM Jung

Leipzig – Mit einem einzigen Interview hat Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung gleich die gesamte Region um Leipzig verprellt.

Am Donnerstag haben sich die verärgerten Bürgermeister verschiedener Städte aus den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen in einer gemeinsamen Stellungnahme zu Wort gemeldet. Der Hintergrund ist ein Interview der Leipziger Volkszeitung mit Burkhard Jung, das am 13.09. veröffentlicht wurde.

Auf die Frage, ob die wachsende Stadt Leipzig weitere Umlandgemeinden schlucken wird, entgegnete OBM Jung: „Das will niemand gerne hören, aber perspektivisch ist es zwingend: Alles, was im Dreieck des Autobahnrings liegt, gehört zu Leipzig. Ob Markranstädt oder Markkleeberg.“ Die Bürgermeister der genannten Städte, aber auch von Schkeuditz und Taucha, sind empört. In ihrer gemeinsamen Presseerklärung äußerten sie sich verwundert darüber, dass der Leipziger Oberbürgermeister Zukunftspläne für die Kommunen hat, ohne vorab mit diesen darüber zu sprechen.

Dabei fand ausgerechnet am 12.09., also am Tag des Interviews, eine Beratung zum „Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes“ statt. Im gemeinsamen Gespräch zwischen Bürgermeisterin Dorothee Dubrau und Vertretern der Umlandskommunen wurde festgestellt, dass das Thema Eingemeindung vom Tisch sei. Eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe sei das Ziel. Nur … Burkhard Jung war bei diesem Gespräch nicht anwesend.

In der Stellungnahme heißt es weiter: „Die Landräte, Oberbürgermeister und Bürgermeister der angesprochenen Städte in den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen sind jederzeit bereit, mit dem Oberzentrum Leipzig auf Augenhöhe gemeinsam die Region zu entwickeln.“ Die Zukunft der Kommunen wollen sie jedoch weiterhin selbst in die Hand nehmen.