Leipziger setzen sich friedlich gegen Neonazis zur Wehr

Am Samstag wollten Neonazis durch Leipzig marschieren. Das, so entschieden Stadt und Gerichtsbarkeit, durften sie nicht. Lediglich eine Kundgebung am Hauptbahnhof wurde genehmigt. Schon im Vorfeld war klar, dass die Rechten nun versuchen würden, Spontandemonstrationen in ganz Leipzig abzuhalten. Doch Polizei und mutige Leipziger verhinderten dies und bremsten das braune Gedankengut regelrecht aus.

 Leipzig am 16. Oktober 2010. Eine Stadt im Ausnahmezustand. Hunderte Polizisten waren im Einsatz, um die geplante Neonazikundgebung vor dem Hauptbahnhof und die mehr als 40 angekündigten Gegendemonstrationen abzusichern. Ab 13 Uhr wollten die Rechten sich versammeln. Schon Stunden vorher fanden sich in der Stadt die Unterstützer des Aktionsnetzwerkes „Leipzig nimmt Platz“ zusammen, um den Neonazis zu zeigen, das für sie hier in Leipzig kein Platz ist.

Interview: Gunnar Georgi – Aktionsnetzwerk „Leipzg nimmt Platz“

Durch das Marschverbot änderten die Rechtsextremen ihre Taktik und versuchten, Spontandemonstrationen in der ganzen Stadt abzuhalten. Am Bahnhof jedenfalls tauchten sie vorerst nicht auf. Immer wieder gab es Gerüchte, wo die Neonazis sich gerade aufhalten – ein regelrechtes Katz-und-Maus-Spiel.

Interview: Uwe Voigt – Pressesprecher Polizeidirektion Leipzig

So stand die Polizei unter anderem an der Georg-Schumann-Straße mit einem Großaufgebot bereit. Dort hatten sich wenige Meter stadteinwärts auch die protestierenden Leipziger versammelt. Später als angekündigt waren die Neonazis schließlich doch noch am Hauptbahnhof, kamen allerdings dank Polizei von dort auch nicht weg. Rund 300 Rechte standen vor der Osthalle, auf der anderen Seite fast 1.000 Gegendemonstranten. Zwischenfälle gab es keine.

Interview: Uwe Voigt – Pressesprecher Polizeidirektion Leipzig

Auch die Abreise der Neonazis gegen 17 Uhr verlief ohne Zwischenfälle. Die Leipziger Polizei zeigte sich zufrieden mit dem Einsatz. Und auch die Mission des Aktionsnetzwerkes war erfolgreich. Den Rechten friedlich, gewaltfrei, aber bestimmt, zu zeigen, dass in Leipzig weder für rechtsextremes Gedankengut noch für dessen Verbreiter Platz ist.