Leipziger SPD befürwortet Gauck-Vorschlag

Joachim Gauck soll Bundespräsident werden. Kurz nach 21.00 Uhr am Sonntagabend stand es fest. Er selbst war von dem Anruf der Bundekanzlerin überrascht worden. +++

Die Leipziger SPD begrüßt die Kandidatur Joachim Gaucks: „Die Einigung ist ein außerordentlicher Erfolg – gleich in mehrfacher Hinsicht“, sagt Michael Clobes, Vorsitztender der Leipziger SPD.

Das Amt des Bundespräsidenten habe in den vergangenen Wochen schweren Schaden erlitten. Die Bürger haben ihr Vertrauen verloren. „Ein unnötiges, parteitaktisches Geschacher bei der
Kandidatensuche hätte jetzt alles nur noch verschlimmert“, stellt Clobes fest.

„Joachim Gauck besitzt die Integrität, verlorenes Vertrauen wieder herzustellen. Er ist auch der Wunschkandidat einer breiten Mehrheit der Bevölkerung. Mit der Unterstützung seiner Kandidatur durch die Koalition und die Opposition im Bundestag zeigt sich deshalb auch, dass es nicht egal sein darf, wie man Politik außerhalb der Reichstagskuppel bewertet“, bemerkt der SPD-Vorsitzende abschließend.

Bundestagsabgeordnete Bettina Kudla, CDU, steht der Nominierung Gaucks zwiegespalten gegenüber: 
„Was den Kandidaten Gauck betrifft, so freue ich mich über die Nominierung, da er als Theologe sicherlich wichtige gesellschaftspolitische Akzente auf christlichem Fundament setzen wird. Unsere Gesellschaft benötigt dringend mehr Besinnung auf konservativ-christliche Werte. Für die Deutsche Einheit ist es ein wichtiges Signal, dass nun ein Ostdeutscher das höchste Amt des Staates inne haben wird.“, so Kudla.

Jedoch steht sie der schnellen Feststellung auf einen neuen Kandidaten kritisch gegenüber: „Meines Erachtens hätten die politischen Parteien erst reflektieren sollen, was bei der Wahl der vorigen Bundespräsidenten schief gelaufen ist und ob man Dinge nicht vorher hätte erkennen können. Gut wäre es gewesen, ein umfassendes Anforderungsprofil festzulegen und auch mit möglichen Kandidaten in Ruhe zu sprechen.“