Leipziger Studienzentrum für „Nationale Kohorte“ eingeweiht

Für die größte Bevölkerungsstudie Deutschlands werden auch in und um Leipzig etwa 10.000 Einwohner untersucht. +++

Wie gesund ist Deutschland? Um diese Frage zu beantworten sollen in den kommenden Jahren 200.000 Menschen befragt werden. Und für diese sogenannte „Nationale Kohorte“ wurde an der Medizinischen Fakultät der Uni Leipzig nun ein neues Studienzentrum eröffnet. Bei der „Nationalen Kohorte“ handelt es sich um nichts anderes als die größte deutsche Bevölkerungsstudie. Ziel ist es mehr über Volkskrankheiten wie Krebs, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erfahren. Aber das bedeutet einen großen Aufwand. Insgesamt 18 Studienzentren in Deutschland befassen sich mit den Untersuchungen und Auswertungen. Und eines davon ist ab sofort Leipzig. Die medizinische Fakultät der Universität hat sich vor allem deshalb für das Projekt qualifiziert, weil hier seit Jahren vergleichbare Studien durchgeführt werden. Doch die „Nationale Kohorte“ mit ihren 200.000 Probanden nimmt ganz andere Dimensionen an. Endlich können Untersuchungsergebniosse deutschlandweit verglichen werden. Daraus ergeben sich wiederum Rückschlüsse auf die einzelnen Regionen. Ein einfaches Beispiel: Experten nehmen an, dass in Mitteldeutschland Erkrankungen durch Bluthochdruck weiter verbreitet sind als im Rest der Bundesrepublik. Die „Nationale Kohorte“ könnte das beweisen oder eben auch wiederlegen. Und, viel wichtiger, durch die Studie sollen nicht nur die Zahl und Art der Erkrankungen sondern auch schädliche Umwelteinflüsse oder Lebensverhältnisse erkannt werden. Diese Daten sind auch für den Freistaat für großes Interesse. Deshalb hat das Wissenschaftsministerium das Leipziger Forschungszentrum auch mit etwa 40 Millionen Euro gefördert. Leipzig wird das einizge sächische Forschungszentrum für die „Nationale Kohorte“ bleiben. Die Einwohner werden zufällig ausgewählt und zu den freiwilligen Untersuchungen bestellt. Und diese sind gründlich. Zu Beginn gilt es Fragebögen auszufüllen, zum Beispiel zum eigenen Gesundheitszustand, zur Medikamenteneinnahme oder zum Lebensstil. Dann folgen Interviews und dann geht’s erst richtig los. Etwa 10.000 Leipziger sollen so in den nächsten Jahren am Standort untersucht werden. Sie stehen dann sozusagen stellvertretend für ganz Sachsen. Damit das Ergebnis trotzdem repräsentativ bleibt, sollen neben Städtern auch viele Landbewohner einbezogen werden.