Leipziger Suchtbericht vorgelegt: Crystal-Konsum deutlich gestiegen!

Drogen sind nach wie vor ein großes Problem der Messestadt. Der nun vorgelegte Suchtbericht der Stadt Leipzig belegt vor allem den Anstieg an Crystal-Konsumenten. Bei Cannabis ist dagegen der Wirkstoffgehalt gestiegen. +++

„Die Leipziger Suchtpolitik orientiert sich an den vier Säulen Prävention, Beratung und Behandlung, Maßnahmen zur Schadensminimierung sowie Repression. Dabei nimmt sie legale wie illegale Suchtstoffe in den Blick. Der Suchtbericht informiert zu den aktuellen Entwicklungen der Sucht- und Drogenhilfe der Stadt Leipzig und ihrer Partner. Er stellt die Arbeit der Präventionsprojekte, der ambulanten und stationären Suchthilfe dar und beschreibt die interdisziplinäre Vernetzung zur Jugendhilfe und zu den Wohnhilfen sowie die Entwicklung im Bereich der Repression. Der Suchtbericht unterstreicht einmal mehr, dass sich die Aufgaben der Suchtkrankenhilfe und Suchprävention nur in der Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure umsetzen lassen“, betont Sozialbürgermeister Thomas Fabian.

Insgesamt hat sich der Leipziger Drogenmarkt beim Konsumverhalten verändert. Bei Cannabisprodukten ist ein gestiegener Wirkstoffgehalt zu verzeichnen, der mit einer höheren Gefährdung der Konsumenten einhergeht. Hinzu kommen künstliche Cannabinoide, deren gesundheitsschädliche Wirkung aufgrund der Verschiedenartigkeit der verwendeten Substanzen nicht eingrenzbar ist.

Im Bereich der Methamphetamine – insbesondere bei Crystal – ist eine gesteigerte Nachfrage zu beobachten, die mit der abnehmenden Verfügbarkeit von Heroin in Leipzig einhergeht. Crystal hat ein besonders hohes Suchtpotenzial und verursacht in verhältnismäßig kurzer Zeit schwere und irreversible Gesundheitsschädigungen.

Die Stadt Leipzig reagiert auf diese Entwicklung über verstärkte Fortbildungen der Fachkräfte in dem Bereich und will die Angebote der Suchthilfe strukturell und organisatorisch entsprechend ausrichten.
Im Jahr 2011 wurden in den sieben Suchtberatungs- und Behandlungsstellen in der Stadt Leipzig insgesamt 4.004 Menschen beraten und betreut. Darunter befanden sich 2.730 Klientinnen und Klienten, die im Laufe des Jahres neu oder wieder aufgenommen wurden.

Die Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität, insbesondere die Verhinderung einer offenen Rauschgiftkonsumszene, ist eine Schwerpunktaufgabe, für deren Bewältigung alle rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Dennoch ist der Anzeil an Rauschgiftdelikten in den letzten Jahren gestiegen. Waren 2010 noch rund 2 Prozent aller Straftaten im Zusammenhang mit Drogen, so lag die Quote im letzten Jahr schon bei 2,3 Prozent. Tendenz steigend.