Leipziger Universitätsbibliothek erhält Sammlung der Leipziger Bürgerfamilie Wustmann

Ende des Jahres 2010 übergab Else Wustmann eine bedeutende Sammlung von Dokumenten aus dem Besitz ihrer Familie als Depositum an die Universitätsbibliothek. Dazu gehören Briefe und sonstige Texte von Gustav Wustmann (1844-1910), Direktor der Leipziger Stadtbibliothek und des Ratsarchivs und seines Sohnes Rudolf Wustmann (1872-1916), Professor für Musikgeschichte und Musikschriftsteller.

Die Sammlungen der Familie Wustmann enthalten weiterhin Briefe und sonstige biographische Dokumente von Mitgliedern bedeutender Leipziger Familien, u.a. auch Münzen, Silhouetten, Bücher sowie Musikdrucke und Musikhandschriften. Sie sind wahrscheinlich die letzte erhaltene bedeutende Sammlung einer Leipziger Bürgerfamilie.

Die Geschichte Leipzigs vom 18. bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde in hohem Maße von einer bürgerlichen Sozialschicht geprägt, die sich zum einen aus den wirtschaftlich erfolgreichen Kaufmannsfamilien, zum anderen aus den kulturell-wissenschaftlichen Eliten der Stadt zusammensetzte. Die Leipziger Familie Wustmann zusammen mit den verwandten Familien Sachsse, Seydel, Baumann, Grabau und Ludwig stellten immer wieder Professoren an der Leipziger Universität oder waren als Musiker, bildende Künstler, Gymnasiallehrer, Bibliothekare und Schriftsteller wichtige Exponenten des Leipziger kulturellen Lebens.

Durch Ihre Übergabe an die Universitätsbibliothek konnte dieser Bestand für Leipzig und die wissenschaftliche Forschung erhalten werden.

Prof. Thomas Fuchs, der Leiter des Bereichs Sondersammlungen, wird am Dienstagabend die Sammlung in der Bibliotheca Albertina der Öffentlichkeit präsentieren und im Beisein von Else Wustmann einige besondere Stücke zeigen.