Leipzigerinnen feiern sich selbst

18 Kerzen brannten. Viele haben gratuliert. Der Frauenkultur e.V. feierte am 2. Oktober seinen 18. Geburtstag.

An jenem Abend hatte der Damenchor sing & swing Premiere. Durch das Programm führte die Leipziger Schauspielerin Susanne Krämer. Unter dem Titel Durchgezappt stand die Jahreschronik, welche in einem 18-minütigem Film das bisherige Vereinsleben wiedergab. Bei anschließendem Sektempfang und üppigem Buffet war Zeit genug in Erinnerungen zu schwelgen und Pläne für die Zukunft zu schmieden. Zu späterer Stunde wurde die Musik noch aufgedreht und das Tanzbein geschwungen.

Nun geht die Party weiter: Am Montag startete das 15. Leipziger Lesbentreffen mit programmatischen Häppchen für die kommende Woche. Zudem eröffnete Kerstin Männich, Mitinitiatorin des Leipziger Festivals Lesbischer Lebenskunst, eine Fotoausstellung der ganz besonderen Art. Im August hatte der Verein an drei Samstagen zum Fotofrühstück geladen. Viele sind gekommen. Mitzubringen war ein Kinderfoto für das Aktuelle wurde nach einem kräftigen Brunch gesorgt. Unter dem Motto Du sahst schon immer so lesbisch aus stürzten sich die Frauen ins wilde Connewitz. Ob in BH und Weste vor einem Graffiti, ganz anständig mit Halstuch und langer Jeans bei Sonnenschein oder provokativ mit falschem Bart auf einem bike. So unterschiedlich die Modelle, so vielseitig sind die Fotos, die entstanden sind. Nun sind die Bilder zusammen mit den Kinderfotos in der Windscheidstraße 51 und in der MONAliesA Frauenbibliothek zu sehen und jeder kann selbst entscheiden: Sahst du schon immer so lesbisch aus?

Am Dienstag ging es provokativ weiter. Charlotte Roche gab den Anstoß, die Leipzigerinnen hatten ihre ganz eigenen Vorstellungen von lesbischen (Feucht)Gebieten. Sie widmeten sich der Frage, wie es denn nun wirklich sei, die körperliche Erlebniswelt der Frauen.

Donnerstagnachmittag ab 17 Uhr lädt die Frauenkultur zum Workshop. Susanne Hampe, Dipl. Sozialarbeiterin, referiert über Regenbogenfamilien und deren Tücken im Alltags. Anschließend darf bei langer Filmnacht und kühlen Getränken entspannt werden. Neue Welt zu Dritt , ein Komödie von Etienne Dhaennes, mit viel französischem Charme über die kleinen und großen Krisen von Frauen auf dem Weg zu einem gemeinsamen Kind. Danach wird es frech und romantisch zugleich mit dem japanischen Film Love my life .

Kurz vor dem Wochenende bleiben alle in Bewegung, mit der multimedialen Lesung von Franziska Rauchut aus Berlin. Dann heißt es: informativ, vielseitig, historisch und bunt durch 100 Jahre Politik, Kultur und Geschichte von Lesben. Ab 22.30 Uhr startet dann auch die körperliche Bewegung – Live Composing zum Tanzen mit Ingeborg Freytag. Ab Mitternacht steht DJane Claudia K. an den turntables. Ob Soul, Funk, Rap oder Deutsch-Pop, für jeden Musikgeschmack ist etwas dabei.

Der Samstag beginnt mit Workshops ab 14 Uhr: Jonglage, Kegelchallage und Massage werden angeboten. Das ultimative Konzerterlebnis wartet ab 20.30 Uhr in Halle 5 auf alle Schaulustigen. Trude träumt von Afrika , eine Hamburger Band mit Percussion und Comedy vom Feinsten.