Lesung und Ausstellungseröffnung zum 100. Geburtstag

Die Leipziger Schriftstellerin Elisabeth Hering wäre im Januar 100 Jahre alt geworden.

Ihr zu Ehren findet in der Leipziger Stadtbibliothek am Wilhelm-Leuschner-Platz am Montag, um 18 Uhr, eine Ausstellungseröffnung und Lesung statt.

Unter dem Titel „Junges Europa. Rumänien in Märchen und Schwänken“ stellen die jüngste Tochter der Autorin, Wilhelmine Gerber, und deren Mann zwei Werke vor, die dem rumänischen Kulturraum gewidmet sind. Lesen wird auch die Schauspielerin Karin Decker-That, eine Nichte von Elisabeth Hering, die an der Quellensuche und Übersetzung der rumänischen Schwänke und Legenden beteiligt war. Musikalisch begleitet wird die Veranstaltung von einem Ensemble der Musikschule „Johann Sebastian Bach“ unter der Leitung von Sylvia Hartig.

Über das Schaffen der Autorin informiert die Ausstellung „Erforscht, gesammelt, erzählt und aufbewahrt“, die vom 19. Januar bis 28. März in der Bibliothek gezeigt wird.

Elisabeth Hering (17.1.1909 – 15.7.1999) beschäftigte sich neben ihren zahlreichen Veröffentlichungen historischer Romane auch mit Volksliteratur, schrieb eigene Kinderbücher und betätigte sich als Übersetzerin und brillante Nacherzählerin. Für die Autorin, die 1943 im Alter von 34 Jahren ihre siebenbürgische Heimat in Rumänien verließ, war die Beschäftigung mit rumänischer Kultur keineswegs selbstverständlich, lebten doch ihre Landsleute über viele Jahrhunderte in einer deutschen Sprachinsel. In der liebevollen Hinwendung zur rumänischen Volksdichtung lässt sich jedoch ein durch Krieg und Verlust gewachsenes Bedürfnis nach Verständnis und Wertschätzung ihres Herkunftslandes erkennen.

Seit 2000 befindet sich der literarische Nachlass von Elisabeth Hering in der Leipziger Stadtbibliothek.