Letzter Botschafter der USA in der DDR

Im Herbst ’89 blickte die ganze Welt in die DDR, als die friedliche Revolution das Land überrollte.

Zu diesem Zeitpunkt versahen zahlreiche ausländische Diplomaten ihren Dienst in Ostberlin. Für sie war es damals eine ganz besondere Situation. Richard Clark Barkley war einer von ihnen. Er war der letzte Botschafter der USA in der DDR. Zwanzig Jahre danach ist er nach Deutschland zurückgekehrt und besuchte auch Leipzig.

Richard Clark Barkley hat in seinem Leben unzählige Länder bereist. Im diplomatischen Dienst war er unter anderem in der BRD, in Norwegen, Südafrika und der Türkei eingesetzt. Doch kein Job war wohl so spannend wie der als US-Botschafter in der DDR. Denn Barkley kam 1988 in das Land, nicht ahnend, dass es schon ein Jahr später in dieser Form nicht mehr existieren sollte.

Interview: Richard Clark Barkley – Botschafter a.D.

Der Umbruch war zu diesem Zeitpunkt längst nicht mehr zu stoppen. Die Montagsdemos in Leipzig hat der Botschafter zwar nur aus der Ferne gesehen, doch inzwischen gingen die Menschen auch in vielen anderen Städten auf die Straße, natürlich auch in Ostberlin. Und dann kam jener Abend am 9. November ’89.

Interview: Richard Clark Barkley – Botschafter a.D.

Bei seinem Besuch in Leipzig sah sich Richard Barkley auch ein dunkles Kapitel der DDR-Geschichte an, das Stasi-Archiv in der Runden Ecke. Mehr als 300.000 Namen lagern hier, fast zehn Kilometer Akten. Auch der Botschafter hatte eine solche Akte in Berlin, angesehen hat er sie sich nicht. In Anbetracht der perfiden und peniblen Vorgehensweise der Stasi ist es aber für ihn auch heute noch fast ein Wunder, dass die DDR-Regierung den Volksaufstand nicht blutig niederschlug.

Interview: Richard Clark Barkley – Botschafter a.D.

„Der Frieden erwies sich als stärker“ – dieser Propagandaspruch zum Bau der Mauer – 1989 sollte er noch einmal aktuell werden. Dieses Mal aber, und darüber ist nicht nur der letzte US-Botschafter der DDR froh, ganz im Sinne des Volkes.

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