Lingnerschloss Dresden erhält 20.000 Euro Förderung für Natursteinarbeiten

Das Lingnerschloss in Dresden ist eines von ca. 670 Förderprojekten, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank privater Spenden und aus Lotterie-Mitteln bisher in Sachsen fördern konnte. +++

Am 3. August 2010 um 15.00 Uhr überbringen Anette Mittring, Projektreferentin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) für Sachsen, und Dr. Klaus Otto, Ortskurator Dresden der DSD, den fünften Fördervertrag für Natursteinarbeiten an der Ostflügelkolonnade des Lingnerschlosses an Dr. Peter Lenk, Vorstandsvorsitzender des Förderverein Lingnerschloss e.V. Möglich wurde der Fördervertrag dank einer Spende von 20.000 Euro der Commerzbank-Stiftung, die von Jörg Frischholz, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Commerzbank AG Dresden, vertreten wird.

Das Lingnerschloss, ehemals Villa Stockhausen, ist das mittlere der drei Elbschlösser am Loschwitzer Hang von Dresden. Das sandsteinverkleidete zweigeschossige Bauwerk umgibt auf der Zugangsseite ein Park und elbseitig eine große Terrassenanlage. Das Gebäude erhebt sich über quadratischem Grundriss und ist symmetrisch angelegt. Die Bergseite gliedern fünf Achsen mit Fenstern und der Haupteingang in der Mitte, den eine Vorhalle mit ionischen Säulen betont. In den drei Geschossen der beiden achteckigen Flankentürme geben fein gesprosste und teilweise farbig verglaste Scheiben in hohen, reich verzierten Rundbogenfenstern den Blick nach außen frei. Das Obergeschoss ist als Hauptwohnetage reicher als das Hochparterre ausgebildet. Vor dem zur Elbseite liegenden Mittelrisalit befindet sich eine nachträglich aufgesetzte Veranda. Zu beiden Seiten der Villa schließen sich neunachsige Kolonnaden an, die jeweils in einem achteckigen Pavillon enden. Dadurch wirkt das Bauwerk von der Elbseite überaus monumental. Errichtet 1851-1853 im Stil des Berliner Spätklassizismus nach Plänen des preußischen Landbaumeisters Adolf Lohse und damit Teil der preußischen Architekturgeschichte der Schinkel-Nachfolge, diente das Gebäude ursprünglich als Wohnsitz für die Familie des Freiherrn von Stockhausen, Kammerherr des preußischen Prinzen Albrecht von Hohenzollern. Nach einem Intermezzo gehörte das Anwesen von 1906 bis 1916 Karl August Lingner, nach dem die Villa seit 1920 benannt wird und der Schloss und Parkanlage als gemeinnütziges Vermächtnis der Stadt mit der Auflage hinterließ, hier eine Erholungsstätte für die Dresdner zu begründen. In den 1930er Jahren als Offizierscasino, dann als Lazarett genutzt, diente das Schloss nach einer massiven Umbauphase Mitte der 1950er Jahre zunächst dem „Dresdner Klub“, später dem „Dresdner Klub der Intelligenz“, einem elitären Kreis von Wissenschaftlern, Hochschullehrern, Künstlern und Kulturschaffenden, als Heimstatt.

Nach 10-jährigem Leerstand bemüht sich seit 2003 eine Bürgerinitiative als gemeinnütziger Förderverein Lingnerschloss e.V. um die denkmalgerechte Wiederherstellung als Ausstellungs- und Veranstaltungsfläche mit öffentlicher Gastronomie, getreu dem Lingner-Vermächtnis von 1916. Das Lingnerschloss in Dresden ist eines von über 670 Förderprojekten, die die vor 25 Jahren gegründete Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank privater Spenden und aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, bisher allein in Sachsen fördern konnte.

In Dresden gehören etwa der Cholerabrunnen, das Ludwig-Richter-Haus, der Chinesische Pavillon in Dresden-Pillnitz und die Erlwein-Turnhalle in Dresden-Löbtau dazu. 

Quelle: Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD)

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