Linke hinterfragt Skiweltcup in Dresden

Dresden - Bereits zum zweiten mal hat der Skiweltcup am Elbufer nun stattgefunden. Er bleibt weiterhin politisch umstritten. Drei Tage im Januar liefern sich Spitzensportler Wintersportduelle auf der künstlich angelegten Bahn. Die Stadt Dresden fördert die Veranstaltung mit rund 400.000 Euro für vier Jahre aus dem Marketingetat. Und auch der Freistaat gibt dafür Geld. Andre Schollbach, Fraktionsvorsitzender von Die Linke im Dresdner Stadtrat, wollte in einer Anfrage an Oberbürgermeister Dirk Hilbert in Erfahrung bringen, wie viele Eintrittskarten am 12. und 13. Januar 2019 verkauft worden sind. 

Diese wurde wie folgt abgewiesen: "Die Veranstaltung einer privaten GmbH sind grundsätzlich keine Angelegenheit der Gemeinde. Insofern besteht kein Antwortanspruch" heißt es weiter. Für Schollbach ist unverständlich, warum die Stadt nicht überprüft, wie viele Besucher der Skiweltcup tatsächlich angelockt hat. Denn das war auch ja erklärtes Ziel des Großevents im besucherarmen Januar, das von der CitySki GmbH veranstaltet wird. 

Laut René Kindermann, Geschäftsführer der CitySki GmbH, werden die Gelder von Stadt und Land hauptsächlich so eingesetzt, dass viele Touristen nach Dresden kommen.
Die von ValuMedia ausgewertete Statistik spricht von Millionen erreichten Zuschauern weltweit. Bis ins Chinesische Staatsfernsehen hat es die Übertragung des Skiweltcups geschafft - Sendezeit, die, wäre sie von der Stadt eigens eingekauft worden, einen Marketingwert von 5 Millionen Euro haben würde.

Dass die Dresdner mit weniger Begeisterung als noch im Vorjahr auf das Event vor Ort reagieren, zeigt die Anzahl der verkauften Tickets. Die genauen Zahlen konnte die Redaktion erst im Gespräch mit Kindermann erfahren. Waren es im ersten Durchlauf 2018 noch 5000 Tickets, so wurden in diesem Jahr nur 4.000 verkauft. Auch eine Anfrage von Dresden Fernsehen zu den Besucherzahlen, lässt die Stadtverwaltung unbeantwortet und verweist auf den Veranstalter. Der sieht die Gründe für die schlechte Bilanz vor allem auch in den eigenen Reihen.

Schollbach zeigt sich aufgebracht und kritisiert die Intransparenz von Oberbürgermeister Dirk Hilbert. Für ihn ist das Thema "Skiweltcup" unlukrativ, auch kritisiert er die fragliche Umweltverträglichkeit. Wie viele Touristen tatsächlich durch das Marketing rund um den Skiweltcup nach Dresden gelockt werden, lässt sich schwer überprüfen. Die grandiosen TV-Reichweiten beim ersten Skiweltcup im Jahr 2018 haben jedenfalls nicht gereicht, um die Besucherzahlen beim Folgeevent in diesem Jahr in die Höhe zu treiben. Sondern im Gegenteil. Die Rechnung ging nicht auf.