Literatur in der Frauenkirche: Wulf Kirsten erinnert an Hanns Cibulka

In der Reihe “Literatur in der Frauenkirche “ findet am Donnerstag, 2. September, eine besondere literarische Hommage statt: Wulf Kirsten erinnert an einen der größten deutschsprachigen Lyriker des 20. Jahrhunderts, Hanns Cibulka. +++

Seit Anfang der 50er Jahre trat Hanns Cibulka (* 20. September 1920 in Jägerndorf, Mähren, † 20. Juni 2004 in Gotha) als Lyriker, später auch als Erzähler und Tagebuch-Autor auf. Als Leiter der Stadt- und Kreisbibliothek in Gotha/Thüringen war er am Puls der deutschen Literatur und galt als Autor, der sich im Traditionsstrom der gesamten deutschen Literatur bewegte. Ein wegen seiner politischen Wirkung wichtiges Werk war 1982 Swantow, Die Aufzeichnungen des Andreas Flemming. Cibulka kritisierte darin die Ausbeutung der Natur, wie er sie im real existierenden Sozialismus beobachtete, und fiel daraufhin bei der DDR-Führung in Ungnade. So trug Cibulka in den 80er-Jahren mit seinen Lesungen in Kirchgemeinden zum kritischen Bewusstsein bei, das sich 1989 friedlich auf den Straßen von Leipzig und anderswo äußerte.  

Cibulka erhielt 1978 den Johannes-R.-Becher-Preis, 1988 die Ehrendoktorwürde der Universität Florida, 1991 den Sudetendeutschen Kulturpreis, 1995 die Ehrengabe zum Andreas-Gryphius-Preis und schließlich 2000 den Erwin-Strittmatter-Preis.  

Anlässlich des 90. Geburtstages von Hanns Cibulka erinnert Wulf Kirsten im Literaturabend in der Frauenkirche mit Gedichten und Tagebuchaufzeichnungen an den Autor. Kirsten lebt derzeit in Weimar und gehört neben Heinz Czechowski, Volker Braun und anderen zur sogenannten „Sächsischen Dichterschule“. An seiner Seite liest außerdem Martin Stiebert aus Jena. Angelika Grünert (Violine) und Susanne Sachs (Klavier) musizieren Stücke von Johann Sebastian Bach, Franz Schubert und Antonin Dvořak.  

Donnerstag, 2. September 2010, 20 Uhr
„Getroffen von einem Tag, der keine Lüge kennt“
Literarisch-musikalische Hommage an Hanns Cibulka anlässlich dessen 90. Geburtstages
mit Gedichten und Tagebuchaufzeichnungen
mit Wulf Kirsten, Weimar (Idee und Texte), Martin Stiebert, Jena (Texte), Angelika Grünert (Violine) und Susanne Sachs (Klavier); in der Unterkirche, Eingang F, Eintritt frei

Quelle: Stiftung Frauenkirche Dresden 

++
Immer aktuell informiert – mit dem DRESDEN FERNSEHEN Newsletter!

Dieser Beitrag ist leider noch nicht verfügbar