LKA Sachsen übt den scharfen Einsatz

Spezialeinheiten und -kräfte des Landeskriminalamtes üben heute die Bewältigung einer mobilen Geisellage in Ostsachsen. Nach einem fingierten Banküberfall durch „unbekannte Täter“ werden Geiseln genommen und wenig später auch noch ein Reisebus mit mehreren Insassen gekapert.

Mehr als 200 Einsatzkräfte haben die Aufgabe diese Geiselnahmen so schnell wie es geht unblutig zu beenden. Die Übung soll dazu beisteuern, die Wirksamkeit und Leistungsfähigkeit ausgearbeiteter Taktiken in den Einsatzabschnitten zu erproben, die Zusammenarbeit zu verbessern und Schwachstellen kritisch aufzuzeigen.
 
Laut Polizeilicher Kriminalstatistik kam es im Jahr 2009 deutschlandweit zu 55 Geiselnahmen, im Jahr davor waren es noch 44 Fälle. Im Freistaat Sachsen wurden im vergangenen Jahr drei Geiselnahmen und im Jahr 2008 eine Geiselnahme begangen. Erst vor zwei Monaten kam es in einem Leipziger H&M zu einer Geiselnahme, bei der der Täter zur Aufgabe bewegt werden konnte.

Geiselnahmen stellen in der polizeilichen Aufgabenbewältigung eine der schwierigsten Einsatzlagen dar. Insbesondere bei einer mobilen Lageentwicklung kommen außerordentliche Anforderungen sowohl auf Führungs- als auch Einsatzkräfte zu. Gekennzeichnet sind diese Sofortlagen durch einen enormen Entscheidungs-, Zeit- und Erfolgsdruck, die in der Summe ein strukturiertes und professionelles Arbeiten zwingend erfordern.

Bei der Einsatzbewältigung befindet sich die Polizei ständig in einem Konfliktfeld zwischen der Verwirklichung des staatlichen Strafverfolgungsanspruches und der Gefahrenabwehr für das Leben, die körperliche Unversehrtheit und die Freiheit einer Person.

Geiselnahmen in der Vergangenheit haben gezeigt, dass die Wirksamkeit der polizeilichen Maßnahmen im Wesentlichen von der Handlungskompetenz der Einsatzkräfte bestimmt wird. Daher muss die Polizei vorbereitet sein. Im Ernstfall wird die zuständige Polizei an ihren durchgeführten Maßnahmen gemessen.