Lügenmuseum kämpft um Anerkennung als Museum

Radebeul - Der Freistaat möchte das Lügenmuseum Radebeul nicht als Museum anerkennen. Zu klein sei die Schau im Gasthof Serkowitz. Dagegen hat das Haus Klage vorm Verwaltungsgericht eingereicht. Das privat betriebene Haus widmet sich der Kunst der Lüge. Der Museumsstatus hätte finanzielle Vorteile. Das zuständige Landesamt verweist auf fehlende Merkmale musealer Arbeit, wie Dokumentation oder Forschungsarbeit, die das Lügenmuseum nicht leiste.

Es erfülle nicht die Kriterien vom Internationalen Museumsrat ICOM (International Council of Museums). Sie bilden die Grundlage der professionellen Arbeit von Museen und Museumsfachleuten. Die Sächsische Landesstelle für Museumswesen verwies das Lügenmuseum bezüglich einer Steuerbefreiung an das Regierungspräsidium des Freistaates Sachsen. Dies verwies es wieder an die Landesstelle zurück, da es sich um ein Museum handelt.
Das Lügenmuseum ist durch Initiative des Objektkünstlers Reinhard Zabka alias Richard von Gigantikow in den 1980er Jahren entstanden. 1995 wurde das damals noch in Brandenburg gelegene Haus Mitglied im Museumsverband Brandenburg.

© Lügenmuseum Radebeul

2010 musste es aufgrund von Mietstreitigkeiten ausziehen, die Exponate wurden in Sachsen eingelagert. Seit 2012 ist die Schau auch offiziell in Radebeul beheimatet und öffnet seither wieder Besuchern die Türen.

Die Bewerbung des Lügenmuseums um den Sächsischen Museumspreis war wohl Anlass, dass die Sächsischen Museumsstelle im Sommer 2017 tätig wurde, so Zabka. Nach fünf Jahren Bearbeitung entschied sie, dass es sich beim Lügenmuseum um kein Museum handele und lehnte zugleich eine Steuerbefreiung ab. Bei der folgenden Steuersonderprüfung wunderte sich der Prüfer, dass zwei gleichrangige Behörden zu derart unterschiedlichen Urteilen kommen konnten.

Nun sollen Sachsens Gerichte eine Entscheidung treffen. Ob Museum oder nicht - unterdessen setzt das Lügenmuseum seine Arbeit fort: Am 1. April soll  Weltlügenball gefeiert werden.