Luppe-Deich doch gefährdeter als gedacht

Der Schnee ist weg, der Frühling zeigt sich – von Hochwasser ist keine Rede mehr. Tagelange Anspannung hatte sich vor rund zwei Monaten vor allem im Leipziger Westen breit gemacht – doch nach zwei Wochen kam die Entwarnung. Dabei war die Bedrohung vielleicht viel größer als alle dachten.

Luppe und Nahle halten Leipzig weiter in Atem. Bereits im Januar bedrohten die beiden Flüsse den Westen der Messestadt. Die Hochwassergefahr konnte jedoch durch den Einsatz von Feuerwehr, THW und Bundeswehr gebannt werden. Jetzt wurden westlich des Zusammenflusses von Luppe und Nahle unterirdische Hohlräume entdeckt. Die Standfestigkeit des Deiches ist dadurch akut gefährdet.

Interview: Axel Bobbe – Landestalsperrenverwaltung

Einem erneuten Hochwasser würde die Deichanlage im gegenwärtigen Zustand nicht standhalten. Bereits im Januar hatte Leipzig Glück im Unglück, erklärte Axel Bobbe weiter. Daher wurde ein Leipziger Ingenieurbüro, dass auf Baustoffprüfung und Umwelttechnik spezialisiert ist, mit den Sicherungsmaßnahmen beauftragt.

Interview: Axel Bobbe – Landestalsperrenverwaltung

Die ersten Maßnahmen sollen bis zum Wochenende abgeschlossen sein. Danach beginnt die eigentliche Arbeit: Durch neues Erdreich soll der Deich verdichtet werden. Anschließend sollte er für die Hochwasser der nächsten Jahrzehnte sicher sein.