Luxus-Parkdeck am Dreikönigsgymnasium in der Dresdner Neustadt?

Die Stadtverwaltung plant in der Dresdner Neustadt die Errichtung eines Parkdecks – unter der geplanten Sporthalle! Die Zusatzkosten betragen 2 Millionen Euro. Jeder Stellplatz würde also 46.500 Euro verschlingen, normal sind 12.000 Euro! +++

Die Dreikönigschule in der Äußeren Neustadt ist eine der ältesten Schulen Dresdens. Alt ist auch deren Turnhalle – stolze 160 Jahre hat das Gebäude auf dem Buckel. In der maroden Halle fehlt es an Umkleideräumen und Belüftung, vor allem aber an Platz für die knapp 600 Schüler – immer wieder müssen Klassen auf andere Schulen ausweichen, müssen Sportstunden ausfallen.

Ein Neubau auf dem Parkplatzgelände an der Alaunstraße ist seit vielen Jahren im Gespräch – die Pläne wurden aber immer wieder aufgeschoben. Ein Streitpunkt – die vermieteten Parkplätze auf dem Gelände. Um die zu erhalten plant die Stadt nun eine Turnhalle auf Stelzen – über der Parkplatzfläche. Zwei Fliegen mit einer Klappe – doch das sehen vor allem die Grünen im Ortsbeirat Neustadt anders. 

Denen ist das Projekt zu teuer – vor allem wenn man die derzeitige Auslastung des Parkplatzes anschaue. Langfristig gesehen, könnten die Stellplätze jedoch einmal wichtig sein – zumal sich die Parksituation in der Neustadt in Zukunft wohl kaum entspannen dürfte. 

Noch in diesem Jahr soll der Stadtrat über die 6,5 Millionen Euro Turnhalle auf Stelzen entscheiden – nur wenn sie abgeleht wird, hat die von den Grünen geforderte Alternative noch eine Chance. Bei allem Hin und Her ist jedenfalls eins sicher – eine n

Pressemitteilung Bündnis 90/DIE GRÜNEN:

Beim geplanten Neubau der Schulsporthalle des Dreikönigsgymnasiums auf dem Grundstück Alaunstraße 32/34 in der Dresdner Neustadt plant die Stadtverwaltung unter der Sporthalle die Errichtung eines ebenerdigen Parkdecks als Ausgleich für die wegfallenden Parkplätze auf dieser Fläche.

Zur Finanzierung dieses Parkdecks sollen laut Aussage der Stadtverwaltung 2 Millionen Euro aus den Rücklagen der Stellplatzablösegebühren verwendet werden. Bei einer Grundfläche der zu errichtenden Turnhalle von 22 x 44 m sind ca. 43 Stellplätze einzuordnen, was bedeutet, dass für einen Stellplatz an dieser Stelle 46.500 Euro ausgegeben werden sollen.

„Das ist die reine Verschwendung dieser zweckgebundenen Gelder. Für einen Tiefgaragen-Stellplatz werden im Mittel 10.000,00 – 12.000,00 Euro Baukosten veranschlagt. Was hier von der Verwaltung vorgeschlagen wird, ist betriebswirtschaftlicher Wahnsinn.“ so Stadtrat Torsten Schulze.

Geht man von einer Amortisierung der Herstellkosten von 15 Jahren aus, müsste bei Vollvermietung pro Stellplatz monatlich ein Betrag von 260 Euro + Kosten für Instandhaltung und Betrieb erwirtschaftet werden. „Das ist völlig illusorisch. Auch wenn die Investition aus Stellplatzablöserücklagen finanziert werden soll, ist der Grundsatz der wirtschaftlichen Verwendung einzuhalten. Für Luxusbauten stehen diese Gelder nicht zur Verfügung.“ so Schulze weiter.

Dabei gibt es Alternativen zum Ausgleich dieser Parkplätze, die wesentlich kostengünstiger sind. Auf der Königsbrücker Strasse 8, welche im Parkraumbewirtschaftungskonzept für die Äußere Neustadt als Ersatzfläche für den Parkplatz Alaunstrasse genannt wird, können mit wesentlich weniger Aufwand und Kosten 50 Parkplätze in unmittelbarer Nähe kurzfristig geschaffen werden.

Weiterhin gibt es in der Tiefgarage des KONSUMs auf der Alaunstrasse freie Parkplätze. Auch werden bei kommenden Bauvorhaben wie z.B. an der Bautzner Strasse 33 – 35 neue zusätzliche öffentliche Stellplätze entstehen.

Am Donnerstag, den 14.10., hat der Ortsbeirat Neustadt über das Projekt beraten. „Wir begrüßen, dass die Stadtverwaltung endlich aus dem Bermudadreieck der Nichtzuständigkeit herausgefunden hat und eine Vorlage zum Bau der Turnhalle eingereicht hat,“ so Valentin Lippmann, Sprecher der Ortsbeiräte von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in der Neustadt. „Allerdings zeugt es von einem mangelnden Problembewusstsein der Verwaltung, wenn durch ein unnötiges und überteuertes Parkdeck die Fertigstellung der Turnhalle zusätzlich verzögert wird, obwohl die Turnhalle so schnell wie möglich benötigt wird, so Lippmann weiter. Auf Antrag der GRÜNEN hat der Ortsbeirat die unsinnige Parkdecklösung mehrheitlich abgelehnt.

„Wir werden uns jetzt für eine schnelle Realisierung der seit langem notwendigen Turnhalle einsetzen, allerdings ohne darunter liegende Parkplätze.“ so Torsten Schulze abschließend.

Quelle: Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Stadtrat Dresden

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