Märchenlesungen in der Yenidze vor dem Aus

Dresden - Der Geschäftsführer der 1001 Märchen GmbH Rainer Petrovsky verkündete am Mittwoch den Auszug aus der Yenidze. Seit 1997 wurden in der Kuppel orientalische Märchen vorgelesen, nun ist die Zukunft des Unternehmens ungewiss. 

Wenn die Dresdner an die Yenidze denken, dann oft auch an die Lesungen unter der Kuppel. Das Glasdach im orientalischen Stil bot die perfekte Umgebung, um sich in Märchenstimmung versetzen zu lassen. Die Geschäftsführung der 1001 Märchen GmbH hat nun jedoch den Vertrag mit dem Yenidze-Besitzer gekündigt. Ab April muss das Unternehmen ausgezogen sein. Grund für die Kündigung war laut Rainer Petrovsky die immer schlimmer werdenden Zustände in der Kuppel. Temperaturen bis zu 42 Grad im Sommer gestalteten das Erlebnis "Märchenlesung" weder für Besucher, noch Lesende zum Genuss. "Es kommt häufig vor, dass durch Lecks in der Decke starker Regen auf unser Märchenzelt fällt", so Petrovsky. Bemühungen, diese zu schließen führten nur dazu, dass bei Bauarbeiten weiteres Glas am Dach beschädigt wurde. Der Immobilienbesitzer wollte die Schäden nur im Gegenzug zu einer höheren Miete ausbessern, dies war jedoch für die 1001 Märchen GmbH finanziell nicht tragbar.

 

Ein alternativer Ort, wo die Lesungen in Zukunft stattfinden können, ist noch unklar. Petrovsky steht in Verhandlungen mit dem Bräustübel in Loschwitz. Er wünscht sich in Zukunft mehr Unterstützung von Dresdens Kulturpolitik. Mehrere Subventionierungsanträge konnten keinen bis nur mäßigen Erfolg für das Unternehmen erzielen. "Ich wünsche mir mehr Anerkennung für das Lesen als Kulturpraxis", so der 70-Jährige.