Magersucht bei Jugendlichen auf dem Vormarsch

Immer mehr junge Menschen in Sachsen leiden unter Magersucht. Das geht aus den Analysen der "Barmer" hervor. 337 BARMER-Versicherte waren im Jahr 2016 mit der Diagnose Magersucht (Anorexie) in ärztlicher Behandlung.

 

Noch im Jahr 2011 waren es nur 286 Fälle. Das entspricht einer Zunahme von 18 Prozent in fünf Jahren. Vor allem betroffen waren die 11- bis 16-Jährigen, aber auch bei der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen kam es zu einem Anstieg.

„Magersucht ist keine Begleiterscheinung der Pubertät, sondern eine schwere Erkrankung. Bleibt sie über einen längeren Zeitraum unbehandelt, drohen unheilbare Zahnschädigungen, Nierenschäden oder Osteoporose“, sagt Martin Morawietz, Regionalgeschäftsführer der BARMER in Dresden.

Die Zunahme der Gesamtanzahl der Essstörungen beruht vor allem auf dem Anstieg von Magersuchtfällen. Hier ist die Zahl in Sachsen von 2011 bis 2016 gestiegen, wohingegen sie bei Bulimie von 294 auf 273 und bei sonstigen Essstörungen von 773 auf 767 Fälle im Jahr gesunken ist.

Von den 337 Anorexie-Fällen entfielen 316 auf Mädchen und Frauen und nur 21 auf Jungen und Männer, bei den 273 Bulimie-Fällen waren 265 Frauen und acht Männer und bei sonstige Essstörungen 630 Frauen und 137 Männer betroffen. Ursachen und auslösende Faktoren einer Essstörung sind vielfältig und liegen häufig in der psychischen Verfasstheit. Falsche Schönheitsideale haben eine verstärkende Wirkung.

Morawietz empfiehlt Eltern, Rat bei einer Beratungsstelle einzuholen, wenn sie den Verdacht haben, ihr Kind könne an einer Essstörung leiden. Auch Lehrer und Freunde können helfen, indem sie aufmerksam sind, die Betreffenden vorsichtig ansprechen und ihre Unterstützung anbieten.

 

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