Mahngang „Täterspuren“ mit rund 1200 Teilnehmern

Der erstmals stattfindende Rundgang „Täterspuren“ wurde initiert, um in Dresden historische Ort der NS-Zeit zu zeigen, die zum Teil in Vergessenheit geraten sind. +++

Unter Polizeischutz ging der Rundgang vom Comeniusplatz durch das Stadtgebiet bis zum Hauptbahnhof. An ausgewählten Punkten, wie der Villa des ehemaligen Gauleiters von Sachsen, Martin Mutschmann, hielten Schauspieler kurze Reden, u.a. Manfred Breschke von Breschke & Schuch.

Das Teilnehmerfeld wurde von einem Aufgebot der Polizei begleitet. Es blieb alles ruhig.


Zum Mahngang Täterspuren hatte das Bündnis „Nazifrei! Dresden
stellt sich quer“ aufgerufen. An prominenten Orten der Dresdner NSGeschichte
wurde auf die besondere Bedeutung Dresdens für das nationalsozialistische Deutschland aufmerksam gemacht.

2500 Personen nahmen an dem Rundgang teil. Bündnissprecherin Franziska Radtke
dazu: „Wir freuen uns über die enorme Beteiligung. Der große Zulauf zeigt das Bedürfnis, die
eigene Geschichte zu hinterfragen. Die ausschließliche Selbstwahrnehmung als Opfer der
Bombardierung hat dazu beigetragen, dass der Naziaufmarsch hier so groß werden
konnte. Der Mahngang hat einen Perspektivwechsel bewirkt, historische Verhältnisse
gerade gerückt und eine nachhaltige Debatte angestoßen.“

Der Mahngang führte unter Anderem zur früheren Villa des Gauleiters Martin
Mutschmann, zur Dresdner Synagoge, zum Polizeipräsidium in der Schiessgasse und zur
ehemaligen GestapoZentrale  Bayrische Straße. Im Anschluss an den Mahngang
schlossen sich die TeilnehmerInnen den Blockaden auf der Aufmarschroute der Nazis an.

Bereits ab 16.30 Uhr sperrten 1.000 Menschen die vorgesehene Aufmarschstrecke der
Neonazis an der Ecke Ammonstraße/Freiberger Straße.

Quelle: Bündnis Dresden Nazifrei
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