Erzieher streiken am Dienstag – Stadt Dresden mit Eltern-Hotline

Dresden - Der Sächsische Erzieherverband ruft mit seiner Spitzengewerkschaft dbb Beamtenbund und Tarifunion für Dienstag in Dresden und Freital zu einem ganztägigen Warnstreik auf. Das betrifft insbesondere auch die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst im Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen Dresden und in den kommunalen Kindertageseinrichtungen der Großen Kreisstadt Freital.

Von 11 bis 13 Uhr findet vor dem Haupteingang des Dresdner Rathauses eine Mahnwache statt. Damit wollen die Beschäftigten ihre Forderungen gegenüber dem Arbeitgeber bekräftigen. Gemeinsam mit seiner Spitzengewerkschaft fordert der Sächsische Erzieherverband eine lineare Erhöhung der Tabellenentgelte um 6 Prozent, mindestens jedoch 200 Euro, bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Für die Beschäftigten bei sächsischen Städten, Gemeinden und Landkreisen hat die Ost-West-Angleichung des Tarifrechts eine besondere Bedeutung. Aus diesem Grund ist die Ost-West-Angleichung der Jahressonderzahlung („Weihnachtsgeld“) im kommunalen Bereich von derzeit 75 Prozent auf 100 Prozent des Westniveaus ein fester Bestandteil des Forderungskatalogs der Gewerkschaften.

„Nach fast 30 Jahren Wiedervereinigung geht die Ignoranz gegenüber den Beschäftigten im Osten, die immer noch weniger als im Westen verdienen, mehr als an die Substanz – die Beschäftigten in Sachsen sind maßlos enttäuscht. “, sagt Michaela Merker vom Sächsischen Erzieherverband.

Am 15. und 16. April findet in Potsdam die dritte Verhandlungsrunde für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen statt. Zuvor waren die Verhandlungen ohne Angebot der Arbeitgeber zu Ende gegangen. Die Gespräche betreffen insgesamt 2,6 Millionen Beschäftigte im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen, einschließlich der Erzieher, die bei den Städten und Gemeinden beschäftigt sind.

© dbb | Friedhelm Windmüller

Die Städtischen Kitas und Horte bleiben trotz Warnstreik geöffnet

Entgegen anderslautenden Informationen der Gewerkschaft auf dem Flugblatt wurde mit der Landeshauptstadt Dresden keine Notdienstvereinbarung geschlossen, teilt die Stadt mit. Es ist deshalb möglich, dass der Betrieb in einzelnen kommunalen Kitas und Horten beeinträchtigt wird. Der Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen geht allerdings davon aus, dass alle städtischen Kitas und Horte am 10. April geöffnet bleiben können. Die Betreuung der Kinder soll dadurch gesichert werden.

„Einen so schlecht kommunizierten Streik habe ich noch nicht erlebt. Das ist eine Zumutung für alle Beteiligten", ärgert sich die Betriebsleiterin des Eigenbetriebes Kindertageseinrichtungen, Sabine Bibas, über die unzureichenden und falschen Informationen des Verbandes an die Eltern. „Würde der Verband tatsächlich zahlreiche Beschäftigte für einen Streik mobilisieren können, hätten Eltern so kurzfristig keine Möglichkeit mehr, eine alternative Betreuung für ihre Kinder zu organisieren", so Bibas weiter. Der Eigenbetrieb hat sich aus diesem Grund entschieden, seine Kitas und Horte ganz normal zu öffnen. Bei Bedarf würden sich die Einrichtungen gegenseitig mit Personal aushelfen.

Zum Abruf aktueller Informationen hat die Landeshauptstadt Dresden auf der städtischen Internetpräsenz unter www.dresden.de/kitas-streik ein Informationsportal eingerichtet.

Zusätzlich wird der Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen am Streiktag eine telefonische Service-Hotline schalten. Unter der Telefonnummer 0351-4885111 erhalten Eltern am 10. April ab 6 Uhr Auskunft, inwiefern ihre Kita vom Streik betroffen sein wird.