Manroland: 500 Menschen ohne Zukunft

Plauen (dapd-lsc). 500 Beschäftigte des insolventen Druckmaschinenherstellers Manroland in Plauen werden in den kommenden Monaten ihren Arbeitsplatz verlieren.

Wie der Insolvenzverwalter am Montag auf einer Betriebsversammlung in Plauen mitteilte, erhalten von den bislang rund 800 Beschäftigten lediglich 303 einen neuen Arbeitsvertrag für eine Übergangsgesellschaft. Die übrigen werden nach Angaben des Insolvenzverwalters in den kommenden Monaten entlassen.

Kündigungen wurden am Montag indes noch nicht ausgesprochen. Allerdings erhielten 354 Mitarbeiter das Angebot zum Wechsel in eine Transfergesellschaft. Diejenigen, die das Angebot annehmen, erhielten in den kommenden sechs Monaten 80 Prozent ihres bisherigen Nettogehaltes und müssten sich erst dann arbeitslos melden.

Auf längere Sicht ebenfalls entlassen werden die rund 54 Auszubildenden. Sie sollen nach dem Ende ihrer Ausbildung nicht übernommen werden, kündigte der Insolvenzverwalter an. Nach Gewerkschaftsangaben besonders hart betroffen seien allerdings die derzeit rund 200 bei Manroland in Altersteilzeit Beschäftigten. „Für diese Leute ist der schrecklichste aller Fälle eingetreten“, sagte der IG Metall-Bezirksbevollmächtigte Stefan Kademann mit Blick auf die geringen Chancen der älteren Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt.

Für das Werk Plauen soll in den kommenden Wochen eine Betriebsgesellschaft unter Führung des bisherigen Insolvenzverwalters Werner Schneider gegründet werden. Die wirtschaftliche Zukunft sieht dieser offenbar in einer zweigeteilten Geschäftsstrategie. So soll nach Angaben des für Plauen zuständigen Verwalters Joachim Renz der vogtländische Standort als verlängerte Werkbank der Standorte Augsburg und Offenbach fungieren und diese beliefern.

Zugleich ist ein Ausbau des Drittgeschäfts geplant, also die Herstellung und der Verkauf eigener Produkte außerhalb des ehemaligen Manroland-Verbundes. „In diesem Bereich hat Plauen schon der Vergangenheit viel getan und sich hohe Kompetenzen erworben“, sagte Renz. Zugleich kündigte er die Fortsetzung der Suche nach Investoren für das Plauener Werk an.

dapd