Marwa El-Sherbini Stipendium geht an Ägypterin Youmna Fouad

Dresden – Das Kuratorium des Marwa El-Sherbini Stipendiums für Weltoffenheit und Toleranz hat beschlossen, Frau Youmna Fouad aus Ägypten, ab dem 1. Oktober 2017 das Marwa El-Sherbini Stipendium zu gewähren.Oberbürgermeister Dirk Hilbert, Vorsitzender des Kuratoriums: „Youmna Fouad hat in ihrer freundlichen Videobotschaft an das Kuratorium gezeigt, dass sie sehr engagiert ist und sich Gedanken macht, wie es gehen könnte mit der Verständigung in Dresden. Wir freuen uns auf ihre Ideen und Initiativen.“

Die Ko-Vorsitzende des Kuratoriums, Petra Köpping, Staatsministerin für Integration und Gleichstellung sagt dazu: „Das Engagement von Frau Fouad ist beeindruckend und vorbildlich. Ich freue mich, dass wir mit ihr eine Stipendiatin gefunden haben, die die Idee des Marwa El Sherbini – Stipendiums mit Leben erfüllen und in praktisches Handeln umsetzen wird. Der Vorgängerin, Frau Fatimah Khasbullah, danke ich für ihre gute Arbeit und ich wünsche ihr für ihre Zukunft alles erdenklich Gute.“

Youmna Fouad studierte an der Ain Sams Universität in Kairo Germanistik im Hauptfach und Anglistik und Arabistik im Nebenfach. Seit 2012 lebt sie in Dresden. Aktuell ist sie im Masterprogramm Sprach- und Kulturwissenschaften sowie Europäische Sprachen an der Technischen Universität Dresden. Fouad engagiert sich vielfältig ehrenamtlich in Dresden. Sie ist Mitglied von AIESEC – der weltgrößten Studentenorganisation für die Ausbildung von zukünftigen Führungskräften und Praktikantenaustausch. Seit April 2017 arbeitet sie bei CALM Dresden und dem Verein *Sowieso* Frauen für Frauen e. V. Beide Vereine helfen Flüchtlingen und Migranten, mit psychologischer Beratung bei seelischen Belastungen, sowie sozialer und rechtlicher Beratungen. Sie übersetzt die Beratung simultan in Arabisch. Außerdem hält sie Vorträge an der Volkshochschule Dresden über die deutsche Kultur für Flüchtlinge und Migranten und für Interessierte über die arabische Kultur. Im Rahmen einer Schulung für die Sächsische Polizei informierte sie über die arabische Kultur und die Rolle der Frau im Islam.
Bereits in Ägypten hat sie sich engagiert und Straßenkindern geholfen, wieder die Schule zu besuchen. Sie rief die Initiative „Lern Mit“ ins Leben, um mit deutschen Austauschstudenten interessierten Ägyptern die Deutsche Sprache beizubringen und die deutsche Kultur zu vermitteln. Ihr erklärtes Ziel ist es, Brücken zu bauen zwischen Menschen von hier und aus andern Ländern. In ihrem Bewerbungsvideo spricht sie von Verständigung. Sie möchte Vorurteile abbauen, über Fakten informieren, ein Video über Frauen drehen und sie denkt über Aktivitäten auf dem Dresdner Stadtfest nach. Fouad ist verheiratet und hat ein Kind.

Das Stipendium wird zum dritten Mal ausgelobt. Der Freistaat Sachsen und die Landeshauptstadt vergeben es gemeinsam zum Gedenken an Marwa El-Sherbini. Es wird in der Regel alle zwei Jahre zum Semesterstart am 1. Oktober vergeben. Voraussetzungen, die der Stipendiat oder die Stipendiatin erfüllen muss, sind hervorragende Leistungen in Schule und Studium, interkulturelle Kompetenz, hohes gesellschaftliches Engagement, politisches Interesse und Kreativität. Gefördert werden Studierende Dresdner Hochschulen im Aufbau- oder Ergänzungsstudien im Rahmen einer zweiten wissenschaftlichen Ausbildung. Es ist mit monatlich 750 Euro dotiert. Youmna Fouad folgt Nurul Fatimah Khasbullah aus Indonesien, die den Titel von 2015 bis 2017 innehatte.

Quelle: Landeshauptstadt Dresden