Mauricio Parra wird neuer Cheftrainer der Niners

Die wichtigste Frage im Chemnitzer Basketball ist geklärt: Mauricio Parra heißt der neue Steuermann an Bord der BV Chemnitz 99.

Der 34-jährige Spanier wird sein Amt bei den NINERS offiziell am 1.Juli antreten. Im Moment ist er noch Co-Trainer beim Bundesligisten Walter Tigers Tübingen. Der Vertrag läuft zunächst über 2 Jahre und verlängert sich im Falle eines Aufstieges in die 1.Bundesliga automatisch. Unterdessen ist der Weggang von Topscorer Javon Harris amtlich. Er wird in der kommenden Saison für den BBC Bayreuth auflaufen. Neben Harris verlassen auch Oliver Braun und vier weitere Spieler die Niners. Die Chemnitzer Korbjäger haben eine mehr als durchwachsene Saison hinter sich. Nachdem sie zahlreiche Spiele verloren und der Traum vom Aufstieg platzte, musste Trainer Mike Smith gehen. Sein Nachfolger Toni Radic versuchte zwar die Saison zu retten, Wunder konnte aber auch er nicht vollbringen. Die neue Saison startet am 29.September, bis dahin soll laut Vorstand ein schlagkräftiges Team gefunden sein.

Lebenslauf des Neuen:

Mauricio Parra, Spitzname Mauro, wurde am 20. Juli 1972 in Zweibrücken geboren. Seine schulische Ausbildung genoss er jedoch nicht in Deutschland, sondern zunächst in Kapstadt, Südafrika, und später in Bilbao, Spanien, wo er als Trainer diverser Jugendteams erste Erfahrungen sammelte. Anschließend studierte er Internationales Marketing an der Universität von Wien. Bei den dortigen Basket Flyers Vienna arbeitete er sich schnell vom Nachwuchstrainer bis zur 1. Männermannschaft hoch. So war Parra mit gerade einmal 22 Jahren bereits Co-Trainer in Österreichs höchster Spielklasse und betreute nebenbei die Wiener Nachwuchsteams.

Nach Studienabschluss und einem kurzen Intermezzo als Assistenztrainer des österreichischen Erstligisten Wels zog es Parra 1996 zu SÜBA St.Pölten, einem absoluten Spitzenteam im Alpenstaat. In seiner Zeit als Co-Trainer konnte er 3 Meistertitel, einen Pokalsieg und den Gewinn des Supercups feiern. Außerdem machte der Spanier erste Erfahrungen auf internationalem Parkett, als St.Pölten im Korac- und Saporta-Cup gegen europäische Topmannschaften wie Panathinaikos Athen, Pamesa Valencia und Zalgiris Kaunas spielte. Zusätzlich baute Parra in St.Pölten ein umfangreiches Nachwuchsprogramm auf, das letztlich mehrere österreichische Nationalspieler hervorbrachte, darunter auch den jetzigen NINERS-Akteur Andreas Worenz.

Nach 5 Jahren als Assistent wurde Parra 2001 mit 29 Jahren zum jüngsten Cheftrainer der ÖBL und führte St.Pölten zugleich als einziges österreichisches Team in die Hauptrunde des Korac-Cups, während Meister Kapfenberg und Pokalsieger Wörthersee bereits in der Qualifikation scheiterten. Im Folgejahr gewann die Mannschaft unter seiner Führung die Superliga, in der jeweils 4 Spitzenteams aus Österreich, Ungarn, Tschechien und der Slowakei aufeinander trafen. Dieser Titel ist bis heute der letzte, den SÜBA St.Pölten erringen konnte.

Mit seinen Erfolgen machte Parra auch nördlich der Alpen auf sich aufmerksam. Schließlich entschied sich der Basketballlehrer, erneut selbst in die Lehre zu gehen und wurde 2003 unter Georg Kämpf Co-Trainer beim deutschen Zweitligisten SV 03 Tübingen. Gemeinsam führten sie den Club direkt zum Aufstieg, obwohl man am vorletzten Spieltag mit einem 81:94 die Punkte artig in Chemnitz ließ. Parras Karriere führte ihn noch weitere zweimal in die Richard-Hartmann-Halle, wobei er in den Pokalwettbewerben 2004 und 2005 mit Tübingen jeweils die Oberhand behielt.

Mauricio Parra darf ohne Umschweife als wahrer Basketball-Workaholic bezeichnet werden. Denn neben seiner 13-jährigen Trainertätigkeit im Profibereich, arbeitete er stets mit den verschiedenen Nachwuchs- und Reserveteams seiner Clubs.

Nebenbei organisierte er diverse Basketballturniere, hospitierte auf renommierten Sichtungscamps in den USA, Spanien und der Schweiz oder nahm an Trainerlehrgängen in ganz Europa teil. In diesem Zusammenhang durfte Parra von den Besten seiner Zunft lernen, so zum Beispiel den NBA-Coaches George Karl und Rick Adelman oder den europäischen Trainerlegenden Zeljko Obradovic und Bozidar Maljkovic. Über Jahre hinweg nutzte der neue NINERS-Coach zudem die langen Sommerpausen, um seinen Basketballhorizont an den größten Universitäten der USA, unter anderem Indiana, Utah und Wisconsin, zu erweitern.

Der neue Mann auf dem Chemnitzer Trainerstuhl ist in seinem Leben schon viel rumgekommen und spricht sowohl Spanisch, als auch Deutsch und Englisch nahezu perfekt.

Dennoch ist Parra keinesfalls ein Wandervogel. 3 Jahre in Wien, 7 Jahre in St.Pölten und zuletzt 4 Jahre in Tübingen stehen für große Kontinuität. Diese möchte der 34-jährige nun in Chemnitz fortsetzen und verzichtet hierfür sogar auf ein aktuelles Vertragsangebot der Walter Tigers. Parra fühlt sich reif für eine neue Herausforderung und sieht bei den NINERS sehr gute Chancen auf eine erfolgreiche Zukunft. Dabei peilt die BV Chemnitz 99 zunächst nicht den Aufstieg an, sondern möchte Schritt für Schritt nach oben kommen. In diesem Prozess soll Parra nicht bloß eine Rolle als Cheftrainer spielen, sondern auch großen Anteil am Aufbau eines neu strukturierten Nachwuchssystems und der weiteren Professionalisierung des Vereins haben.

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