Arbeitslosigkeit erreicht neuen Tiefstand

Chemnitz- Nach Bekanntgabe der Arbeitslosenquote 2019 steht fest: es werden immer weniger Arbeitslose.

Von 2018 auf 2019 ist die Arbeitslosigkeit in Chemnitz weiter gesunken. Insgesamt 8.985 Männer und Frauen waren zuvor in der Stadt als arbeitslos gemeldet, 2019 waren es 886 Personen weniger. 2019 zeigte sich der Arbeitsmarkt robust, denn mit durchschnittlich 8.099 Arbeitslosen und einer Quote von 6,5 Prozent ist somit ein historischer Tiefstand erreicht. An solche Zahlen war vor zehn Jahren gar nicht zu denken, damals war der Bestand an Arbeitslosen mehr als doppelt so hoch.

Im Überblick sah es in Chemnitz folgendermaßen aus: 2018 waren es noch 886 Personen, bzw. 9,9 Prozent mehr ohne Arbeit. Somit ist 2019 der niedrigste Wert seit Erfassung der Arbeitslosenstatistik erfasst. Die Arbeitslosenquote lag 2018 noch bei 7,2 Prozent und reduzierte sich damit um 0,7 Prozentpunkte. Aber auch Personengruppen, die es sonst schwerer haben, profitieren von der Arbeitsmarktlage. Der Anteil Langzeitarbeitsloser sank um 468 Personen. Die Anzahl älterer Arbeitsloser (Ü50) reduzierte sich um 382. Dennoch ist jeder dritte Arbeitslose älter als 50 Jahre. Auch in den Geschlechtern gibt es Unterschiede, mehr Männer als Frauen sind in Chemnitz arbeitslos gemeldet. Zusätzlich gibt es weniger arbeitslos gemeldete Ausländer. Ein Rückgang von 1,4 Prozent zum Vorjahr.

Laut der Arbeitsagentur Chemnitz bleiben Förderung und Qualifizierung weiterhin unverändert eine der wichtigsten Aufgaben. Sie bieten weiterhin mit dem Jobcenter Unterstützungsangebote offensiv an, denn für die Arbeitsagentur funktioniere Integration am besten über Ausbildung, Arbeit und Teilhabe am Leben. Durchschnittlich gab es 2.112 freie Arbeitsstellen in Chemnitz, das sind gegenüber 2018 341 Jobangebote weniger. Dabei werden Hartz IV Empfänger zu den Arbeitslosen gezählt, wiederum Menschen, die sich in einer Maßnahme befinden wie beispielsweise Umschulungen etc., nicht.
Insgesamt befanden sich 3.523 Personen in einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme. Davon absolvierten die meisten (779) eine berufliche Weiterbildung oder eine Maßnahme, die auf die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit vorbereitet (657 Personen).

Abschließend gewährt die Arbeitsagentur einen Ausblick in das aktuelle Jahr. Für 2020 prognostiziert das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Stadt Chemnitz einen Zuwachs um rund 500 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und im Jahresdurchschnitt einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit um rund ein Prozent. Aktuell gebe es einen Fachkräfteengpass in vielen Berufen. Der regionale Fachkräftebedarf ist hoch, vor allem in der Pflege, im Handwerk, im Dienstleistungssektor und der IT. Die Arbeitsagentur reagiere auf die Änderungen, die sich in der Arbeitswelt vollziehen und investiere nun mehr in die Qualifikation und Umschulung von Beschäftigten in den Unternehmen. Neu in diesem Jahr ist, dass Weiterbildungen für alle Beschäftigte bezahlt werden können, deren berufliche Tätigkeiten durch Technologien ersetzt oder vom Strukturwandel bedroht werden. Es werden nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch Arbeitgeber beraten, welche Möglichkeiten es gibt um beschäftigungsfähig zu bleiben und berufliche Perspektiven zu entwickeln. Erwähnenswert ist, dass unabhängig von Ausbildung, Lebensalter und Betriebsgröße gefördert wird! Beispielsweise kann ein Kfz-Mechatroniker, der künftig auch Elektrofahrzeuge repariert, bei seiner Umschulung bzw. Weiterbildung gefördert werden. Wie diese Förderungen nun angenommen werden, wird sich im Laufe des Jahres zeigen.

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