Bombendrohungen beim Jugendamt – Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

Chemnitz- Im Oktober und November letzten Jahres hatte eine Frau mehrere Bombendrohungen gegen das Jugendamt Chemnitz verübt. Nun hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen abgeschlossen und Anklage erhoben.

Die 34-Jährige muss sich wegen Störung des öffentlichen Friedens sowie Missbrauch von Notrufen in fünf Fällen vor dem Amtsgericht verantworten. Die Frau hatte zwischen dem 24. Oktober und dem 22. November von verschiedenen Telefonzellen im Stadtzentrum den polizeilichen Notruf kontaktiert und ihre Stimme mittels App verzerrt. Die Attentats- bzw. Bombendrohungen richteten sich in allen Fällen an das Jugendamt. Es wurde jeweils von einer ernsthaften Bedrohungslage ausgegangen, sodass alle in dem Gebäude befindlichen Einrichtungen und Geschäfte von den Sicherheitsbehörden für mehrere Stunden geräumt und durchsucht werden mussten. Zum Teil wurden auch die Tiefgaragenausfahrten der Galeria Kaufhof sowie die Bahnhofstraße für mehrere Stunden gesperrt. Dies führte zu erheblichem Verkehrschaos.

Bei der Bombendrohung am 22. November wurde sie beobachtet und konnte vorläufig festgenommen werden. Die Angeklagte hat die Taten bereits in vollem Umfang gestanden. Als Motiv gab sie Probleme mit dem Jugendamt an. Vor Gericht wird sie für jede einzelne Tat angeklagt werden. Zudem muss die Frau mit Schadensersatzforderungen, für die im Rahmen der Einsatzmaßnahmen angefallenen Kosten, rechnen. Ein Verhandlungstermin steht bisher noch nicht fest.