Neuer Blitzer lohnt sich

Chemnitz –Ein futuristisch anmutender Blitzer treibt derzeit in Chemnitz sein Unwesen. Sein Äußeres ist neu. Sein Inneres versetzt schon länger die Chemnitzer Autofahrer in Angst und Schrecken.

Seit 2017 blitzt die Geschwindigkeitsmesstechnik in verschiedenen Caddys innerhalb der Stadt. Die POLISCAN-Messtechnik kann mehrere Spuren gleichzeitig erfassen. Seit Kurzem ist das Innere auch auf einem seltsam anmutenden Anhänger mit ausklappbaren Rädern unterwegs. Mit einem Kampfgewicht von insgesamt 1,3 Tonnen, einer Spannung von 12 Volt und einer Ausdauer von bis zu 10 Tagen ist er im Einsatz. Aktuell steht er auf der Leipziger Straße an der Auffahrt zur A4. Einmal ein- und abgestellt, erledigt er den Rest fast von selbst. Die Form des neuen Blitzers „Enforcement Trailer“ dient seinem eigenen Schutz. Vandalismus wird dadurch für wütende Autofahrer um einiges schwerer.

Mittlerweile hat der „Blitzeranhänger Chemnitz“ schon eine eigene Facebook-Seite. Sie wird nicht von der Stadt betrieben. Dort wird regelmäßig über seinen neusten Standort informiert. Über 1.600 Personen gefällt das und fast 1.800 Menschen haben die Seite abonniert. Ob die Anhängerschaft aus einem Fan-Kult oder zur Vorbeugung von Fotos resultiert ist fraglich. Nach einer Abstimmung wurde der Blitzeranhänger in Anspielung auf den Bürgermeister des Ordnungsamtes auf den Namen „Runkelrübe“ getauft. Ob die Radarfalle nun beliebt ist oder nicht, ertragreich ist sie in jedem Fall.

Die Zahl der Fotos der Falle liegt im 4-stelligen Bereich. Daraus resultierten Bußgelder, deren Summe sich im sechsstelligen Bereich bewegt. Der Anhänger kostet in der Anschaffung über 100.000 Euro. Bei diesen Einnahmen wäre ein Kauf im Bereich des Möglichen. Bisher ist er nur gemietet, mit Kosten von rund 5.000 Euro im Monat. Die Entscheidung der Stadt zum Kauf steht kurz bevor. Die Endabstimmung mit der Verwaltung läuft.