Wie fahrradfreundlich ist Chemnitz?

Chemnitz- Das Fahrrad ist in Chemnitz mancher Orts ein lästiger Begleiter. Doch woran liegt das? Und was müsste verbessert werden, damit die Chemnitzer in Zukunft öfter aufs Rad steigen?

In den letzten 10 Jahren ist der Anteil der täglich mit dem Fahrrad zurückgelegten Wege auf vier Prozent gesunken, obwohl dieser eigentlich hätte verdoppelt werden sollen. Bernhard Herrmann vom Bündnis 90/Die Grünen erklärt uns, was der Grund dafür sein könnte. Das Problem ist, dass vielerorts die Radwege fehlen oder plötzlich enden. Dadurch geraten selbst trainierte Radler oft in gefährliche Situationen. An vielen Kreuzungen, wie zum Beispiel am Stefan-Heym-Platz, müssen Fahrradfahrer zahlreiche Ampeln überqueren, um auf die andere Straßenseite zu gelangen.

Ab 2020 will die Stadt jedoch fahrradfreundlicher werden und an der Klimabündnis-Kampagne „Stadtradeln“ teilnehmen. Dabei können Kommunalpolitiker gemeinsam mit Bürgern an 21 zusammenhängenden Tagen zwischen dem 1. Mai und 30. September möglichst viele Fahrradkilometer sammeln. Laut der Polizei Chemnitz gab es im Jahr 2018 604 Verkehrsunfälle mit Rad- oder Pedelecfahrern. Dies entspricht einen Anteil von 2,5 Prozent des Gesamtunfallaufkommens. Insgesamt waren 88 Kinder als Radfahrer an Unfällen beteiligt.

Trotzdem gibt es auch einige positive Entwicklungen für die Chemnitzer Radfahrer. Es gibt heute zahlreiche Fahrradabstellmöglichkeiten in der Innenstadt. Außerdem können die Räder kostenlos in allen öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bus und Bahn mitgenommen werden. Um jedoch nachhaltig mehr Chemnitzer auf das Rad zu bringen, muss die Nutzung im Alltag einfacher und angenehmer gestaltet werden. Zum Beispiel durch mehr und besser ausgebaute Radwege.