Ermittlungspanne im Fall Daniel H.

Chemnitz- Bei einer Verhandlung zum Prozess um Daniel H. wurde am Montag eine Ermittlungspanne festgestellt. Zwei Polizisten hatten offenbar versäumt, wichtige Indizien in den Polizeibericht aufzunehmen.

Nach der vorläufigen Festnahme des Angeklagten hatten die Beamten nicht dokumentiert, dass dieser Blut an den Händen hatte. Ob Sie diese Information vergessen oder für nicht wichtig erachtet hatten, konnten nicht eindeutig geklärt werden. Einer der Polizisten sagte aus, dass der Angeklagt bei der Festnahme Blut an den Handinnenflächen sowie an der Kleidung hatte. Der 48-jährige Kollege berichtete von einer rotbraunen Farbe an den Händen des Angeklagten, welche er aber nicht näher untersucht habe.

Welche Folgen diese neuen Erkenntnisse auf den Prozess haben, ist laut Landgericht Chemnitz noch nicht absehbar. „Es wird bei Urteilsfindung darauf ankommen, für wie glaubhaft man die Aussagen im Prozess einschätzt“, so das Landgericht Chemnitz.

Außerdem hat die Verteidigung die Ablösung von Staatsanwalt Stephan Butzkies, aufgrund eines laufenden Ermittlungsverfahrens gegen ihn, gefordert. Zudem äußerte sich ein weiterer Zeuge. Er bestätigt die Beteiligung des Angeklagten an der Tat. Bei der Vorlage von Fotos vor Gericht identifizierte er den Syrer sowie den mutmaßlichen Mittäter erneut.