Schulverbot für Kinder ohne Impfung

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Freitag Vormittag und der Schulhof ist komplett leer gefegt. Ein untypisches Bild für die Chemnitzer Schloss Grundschule.

Ein Fall von Hepatitis A ist hier aufgetreten, eine Gelbsuchterkrankung die meldepflichtig ist.

Ein Kind aus der 2. Klasse ist infiziert. Möglicherweise hat es sich die Erkrankung auf einer Auslandsreise zugezogen. Laut Bürgermeister Ralph Burghart, gehe es dem Kind nicht dramatisch schlecht, es wird sich definitiv erholen und die Krankheit überwinden.

Da viele Kinder und Lehrer ohne Impfschutz sind, hat das Landesamt für Schule und Bildung entschieden, die Schule und den Hort bis zum 20. November 2019 komplett zu schließen.

Aktuell sind 120 von 260 Kindern nicht geimpft. Auch von den Lehrern und den Hort-Erziehern sind knapp die Hälfte nicht geimpft.

Nach Maßgabe des bundesweit gültigen Infektionsschutz-Gesetzes müssen diese Personen deshalb vier Wochen zu Hause bleiben.

Wenn sie sich impfen lassen, was das Gesundheitsamt schnell und unkompliziert anbietet, können sie nach zwei Wochen wieder in die Schule. Wichtig zu erwähnen ist hierbei, dass die zwei Wochen ab dem Tag der Impfung beginnen. Je früher die Eltern ihre Kinder impfen lassen, desto eher können diese die letzten Wochen in der Weihnachtszeit in der Schule mit ihren Klassenkameraden verbringen.

Kinder die sich nicht impfen lassen wollen, müssen vier Wochen nach der Schulöffnung warten, bis sie wieder am Unterricht teilnehmen dürfen, für sie gibt es keine Betreuungsalternative. Demnach sind Impfungen gegen Hepatitis A nicht vorgeschrieben, werden aber speziellen Personengruppen empfohlen.

Ab dem 21. November läuft der Unterricht wieder zum Teil weiter, aber nur für geimpfte Kinder.

Laut Amtsarzt Herrn Dr. Uerlings sollen die Kosten für die Impfung von der Krankenkasse übernommen werden, sollte dies nicht der Fall sein, sollen sich betroffene beim Gesundheitsamt melden.

Hepatitis A wird in der Regel durch verunreinigtes Trinkwasser oder Lebensmittel übertragen. Die Erkrankung gilt als klassische Reisekrankheit. In Deutschland ist die Infektionsgefahr gering. Die Leberentzündung verläuft meist ohne größere Komplikationen. Symptome der Erkrankung sind ein allgemeines Krankheitsgefühl, mitunter Appetitlosigkeit, Übelkeit, Temperaturerhöhung und Beschwerden im Magen-Darm-Bereich.

Der Impfstoff ist in einem größerem Umfang vorrätig. Die Stadt Chemnitz will zur Impfung animieren und die Bürger diesbezüglich sensibilisieren.