Blockhaus soll bis 2021 zum Archiv des 20. Jahrhunderts umgebaut werden (Video)

Seit dem Elbehochwasser im Sommer 2013 steht es leer – das Blockhaus in der Dresdner Neustadt. Nun soll das historische Gebäude zum Archiv der Avantgarden umgebaut werden. Den Entwurf dafür – das wurde am Donnerstag bekannt gegeben – liefert ein spanisches Architekturbüro. Und auch hier kommt das Aventgarde zum Vorschein – Florian Glatter: Wohl nicht nur seine Gebete wurden erhört! Denn mit der Bekanntgabe der Preisträger zum Umbau des Blockhauses an der Augustusbrücke erfüllt sich der Lebenstraum von Egidio Marzona und auch eine lange Hoffnung vieler Dresdner. Der Sammler schenkte dem Freistaat Sachsen im Juni 2016 rund Eineinhalb Millionen Objekte und Dokumente. Alle geben Aufschluss über die unterschiedlichsten Strömungen des 20. Jahrhunderts – wie den Surrealismus oder den Kubismus. Deswegen sollen die dazugehörigen Bücher, Flugblätter oder Filme auch nicht „nur“ im Blockhaus archiviert werden. Das Architekturbüro Nieto Sobejano Arquitectos hat dafür drei Ebenen konzipiert. Der Kern des Entwurfes ist ein freischwebender Würfel, der das Archiv Marzonas beinhaltet. Sozusagen der verborgene Schatz. Auf der Freifläche darunter ist Platz für Veranstaltungen und Besucher bekommen die Gelegenheit Exponate zu bestaunen und ins Gespräch zu kommen. Auf einer Empore, die um den Würfel verläuft, arbeiten Mitarbeiter an der Aufarbeitung der Sammlung.
Zunächst müssen jedoch alle Einbauten aus dem Blockhaus entnommen und das Dach kurzzeitig entfernt werden. Erst dann wird der Siegerentwurf umgesetzt. Dieser berücksichtigt übrigens – wie alle 28 beim Wettbewerb eingereichten Arbeiten – nur den Innenbereich. Die Außenfassade bleibt erhalten und soll sogar noch aufgewertet werden.
Mit der Fertigstellung wird bis voraussichtlich im Jahr 2021 gerechnet. Bis dahin ist ein Teil des Archivs im Japanischen Palais untergebracht und kann zu den regulären Öffnungszeiten besichtigt werden.