Borkenkäfer stellt Sächsische Forstwirtschaft auf die Probe

Der Borkenkäfer scheint nicht der beliebteste Gast bei den Forstwirten zu sein. Ist der Wald gesund, baut er organische Substanzen ab und zerlegt die übrigen anorganischen Bestandteile. In natürlichen Ökosystemen ist dies Teil des natürlichen Lebenszyklus eines Waldes.

In der Forstwirtschaft kann dies jedoch das Aus bedeuten. Schädlinge wie der Buchdrucker sind in der Lage, ganze Baumbestände zu vernichten. Im Wald gehören sie zum natürlichen Bestand, sobald sie sich allerdings explosiv vermehren, werden sie gefährlich.

Als Rindenbrüter ernähren sich die Insekten von den saft-haltigen Schichten im Baum. Besonders anfällig sind dabei Fichten. Diese werden  sehr häufig in der Forstwirtschaft verwendet, da sie sich durch ihr schnelles Wachstum, ihre Elastizität und die geringe Rissigkeit perfekt eignen.

Kommt es zu Dürreperioden oder das Holz ist bereits vorgeschädigt, bestärkt das die Verbreitung der Borkenkäfer zusätzlich. So kam es nun auch im Zeisigwald zu Baumbefällen. Einsatzteams arbeiten zielstrebig an einer Bekämpfung der Schädlinge. Unzählige Bäume sind bereits betroffen.

Die Borkenkäfer-Weibchen zeugen jeweils 60 Nachkommen, von denen ungefähr 20 überleben. Innerhalb von 6 Wochen entwickeln sich diese.

Bei mehreren Bruten und Generationen, kann sich die Zahl der Käfer unglaublich schnell vervielfältigen. Dies hat dramatische Auswirkungen auf die Forstwirtschaft. Seit Tagen versuchen Einsatzteams die Fichten zu retten und Schlimmeres zu verhindern. Die befallenen Bäume müssen dabei gefällt und abtransportiert werden.

Dabei stellt sich die Frage, ob die Chance eines Befalls präventiv verringert werden kann. Durch den Befall des Borkenkäfers sinkt die Qualität des Holzes, sodass sich kaum noch Ertrag damit machen lässt. Teilweise lassen sich die Reste nur noch zu Brettern verarbeiten, damit das Holz austrocknet. Anschließend kann es lediglich für Verpackungen oder ähnliches genutzt werden.

Ein abgestorbener Wald braucht unzählige Jahre um wieder zu regenerieren. Da die Bäume nicht über Nacht in die Höhe schießen und der verlorene Fichtenbestand ersetzt so werden kann, bleibt nur zu hoffen, dass die ergriffenen Maßnahmen helfen.