Bundestag sagt nein zu Tempo 130

Bereits seit Jahren ist es im Gespräch, nun hat der Bundestag entschieden – das Tempolimit auf deutschen Autobahnen kommt nicht. Vorerst.

Im Netz brodelte es tagsüber bereits heftig zwischen Befürwortern und Gegnern von Tempo 130.

Denn das Auto ist und bleibt nun mal das liebste Fortbewegungsmittel der Deutschen.

Viele Autofahrer möchten sich den Fahrspaß nicht nehmen lassen und sind strikt gegen ein Tempolimit.

So rief beispielsweise der mobil in Deutschland e.V. dazu auf, Farbe zu bekennen.

Innerhalb kürzester Zeit fanden sich 62.000 Menschen die gegen ein Tempolimit sind, Tendenz steigend.

Laut Forsaumfrage würden hingegen die Mehrheit der Deutschen ein Tempo 130 befürworten.

Dabei scheint eine Zwischenlösung vielleicht die beste Alternative.

Immerhin liegt bereits jetzt der Richtwert auf unbegrenzten Autobahnabschnitten bei 130 km/h.

Jeder Autofahrer kann also für sich selbst entscheiden, ob er schneller fahren möchte oder nicht.

SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Linken geht das jedoch nicht weit genug.

Aus diesem Grunde wurde am Donnerstag im Deutschen Bundestag ein Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zur Abstimmung gestellt.

Gefordert wurde die Einführung eines verbindlichen Tempolimits von 130 km/h auf allen bislang unbegrenzt befahrbaren Autobahnabschnitten.

Diese stellen derzeit noch ungefähr 2/3 der gesamten Autobahnlänge in Deutschland dar.

Interview: Christin Furtenbacher, Bündnis 90/Die Grünen, Stadträtin in Chemnitz

Ein Tempolimit von 130 km/h würde aus Sicht der Grünen die Sicherheit auf unseren Autobahnen deutlich erhöhen und gleichzeitig die Kapazität sowie den Verkehrsfluss auf den Straßen verbessern.

Nur so könne das 2011 von der Bundesregierung gesteckte Ziel, die Zahl der Verkehrstoten um 40 Prozent bis 2020 zu senken, erreicht werden, so die Antragsbegründung der Grünen.

Außerdem würde mit einem Tempolimit ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz geleistet werden.

Auch für diesen Standpunkt fanden sich in der Medienlandschaft zahlreiche Befürworter.

Tweets

Gegen 14 Uhr wurde der Antrag im Bundestag aufgerufen und anschließend heiß diskutiert.

Knapp anderthalb Stunden später stand das Ergebnis fest.

Die Mehrheit des Bundestages lehnte den Antrag der Grünen ab.

Interview: Christin Furtenbacher, Bündnis 90/Die Grünen, Stadträtin in Chemnitz

Bereits während der Debatte hatte die SPD klargestellt, dass sie auch, falls der Antrag keine Zustimmung der Mehrheit fände, weiter dafür kämpfen würde, dass ein Tempolimit eingeführt wird.

Und auch die Grünen werden mit Sicherheit nicht locker lassen.

Denn Raser gefährden eben nicht nur sich selbst, sondern auch andere.

Interview: Christin Furtenbacher, Bündnis 90/Die Grünen, Stadträtin in Chemnitz

Es bleibt also spannend, was sich in Zukunft in Sachen Tempolimit noch ergeben wird.

Bis dahin gilt jedoch ganz klar weiterhin: Fahrspaß ja, aber bitte rücksichtsvoll und nicht auf Kosten anderer.