DKW – die kultigen Rennwagen

Chemnitz- Er ist der letzte seiner Art: Der IFA F9 von 1949. Noch vor dem 2. Weltkrieg wurde das Modell von der ehemaligen Kultmarke DKW entworfen, da man an die Wiedergeburt des erfolgreichen Autorennsports nach Kriegsende glaubte.

Dieses seltene Sammlerstück sowie viele weitere Zwei- und Vierräder kann man ab sofort im Fahrzeugmuseum Chemnitz bestaunen. Denn dort eröffnete am Donnerstag die Sonderausstellung „Fix voran mit Frontantrieb- 90 Jahre DKW-Rennwagen“. Viele Interessierte und ehemalige Rennfahrer waren vor Ort. Auch der Museumsgründer und Experte in Sachen DKW- Rennsport Frieder Bach stand Rede und Antwort. Dabei spürt man, dass Benzin durch sein Adern fließt. Frieder Bach hat einst selbst Motorradrennsport betrieben. Nach einer Verletzung begann er Oldtimer zu sammeln. Nur so wurde die Ausstellung überhaupt erst möglich gemacht. Die Sonderausstellung zeigt, dass der sächsische Automobil- und Motorradhersteller DKW den Motorsport nicht nur als Testfeld für neue Technologien nutzte, sondern auch gezielt als Marketingstrategie einsetzte.

Mittels Autorennen konnte man die Menschen in den 1920er Jahren vom ungewöhnlichen Frontantrieb und 2-Takt-Motor im Auto überzeugen. Denn dieser verbesserte nicht bloß das Fahrverhalten im Vergleich zu den Wagen mit Standardantrieb, sondern verringerte auch das Gewicht. Der F1 Monoposto war einer der ersten Rennwagen mit Frontantrieb. Ab 1930 beteiligte sich DKW sowie einige Privatfahrer erfolgreich bei verschiedensten Autorennen. Im selben Jahr errang DKW bereits 12 Weltrekorde mit speziellen Wagen von Freiherr von König-Fachsenfeld. Einer davon, der F1 von 1931 ist ebenfalls in der Ausstellung zu sehen. Auch nach dem Zusammenschluss zur Auto Union im Jahr 1932 nahm die Erfolgsserie kein Ende.

Viele Privatfahrer nutzten die vergleichsweise günstigen Kleinwagen als Basis für Eigenbauten. Ein Blickfang ist definitiv der F8 Spezialbau aus dem Jahr 1947. Der Besitzer fuhr schon kurz nach dem 2. Weltkrieg mit diesem Eigenbau wieder bei Autorennen mit. Die Ausstellung vereint Werksrenner, Rekordwagen, private Sporteigenbauten und sogar Kinderrennautos aus insgesamt drei Jahrzehnten. Wer die Exponate einmal mit eigenen Augen bestaunen möchte, hat noch bis zum 4. Oktober die Möglichkeit. Im April wird es noch eine weitere Überraschung in der Ausstellung geben. So viel sei gesagt: Es geht um ein noch nie gebautes Modell eines Rennwagens von 1940.