Dresdener Messermord-Beschuldigter galt als Gefährder

Dresden- Es war eine Tat die für Entsetzen sorgte: zwei Touristen aus Nordrhein-Westfalen wurden am 4. Oktober im Bereich Schloßstraße, mitten in der Dresdener Innenstadt, von einem damals Unbekannten mit einem Küchenmesser attackiert. Ein 55-jähriger Krefelder erlag seinen Verletzungen im Krankenhaus.

Zielfahndungsmaßnahmen führten am Abend des 20. Oktobers zur Festnahme eines Tatverdächtigen. Der zuständige Ermittlungsrichter erließ am Donnerstag Haftbefehl. Dem Beschuldigten werden Mord, versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

Das Verbrechen weckt Erinnerungen an den Fall Al Bakr in Chemnitz. 2016 waren den Sicherheitsorganen Pläne des 22-Jährigen hinsichtlich eines Sprengstoffanschlages auf einen deutschen Flughafen bekannt geworden. Der Verdächtige konnte sich einem Zugriff entziehen und erhängte sich später in einer Gefängniszelle. Auch in diesem Fall war der Täter 2015 aus Syrien nach Deutschland eingereist und radikalisierte sich wohl in Deutschland weiter.

Und wie im Mordfall Schlossstraße war der Täter den Behörden offenbar kein Unbekannter.

Die Staatsanwaltschaft Dresden geht im aktuellen Fall mittlerweile von einem religiösen Hintergrund aus. Der Tatverdächtige galt als Gefährder und wurde überwacht. Noch am 9. Oktober, 5 Tage nach der Tat, fand eine Gefährderansprache mit dem jetzt Beschuldigten statt.

Auf einer Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag erläuterten die sächsischen Sicherheitsorgane, warum die Tötung des Krefelder Touristen aus Sicht der Sicherheitskräfte nicht zu verhindern war. Der Verdächtige wird nun nach Karlsruhe verbracht. Dort ermittelt die Bundestaatsanwaltschaft weiter in dem Fall. Ein Vorgehen, was einen terroristischen Hintergrund nahelegt.