Finanzspritze für Gedenkstätte Kaßberg-Gefängnis

Chemnitz- Das Kaßberg-Gefängnis ist bekannt als Ort der nationalsozialistischen Verfolgung und Unterdrückung. Nun soll es zu einem Lern- und Gedenkort werden.

Am Dienstag übergab die Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange dem Verein Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis einen Zuwendungsbescheid über 163 000 Euro. Der Zuwendungsbescheid verspricht finanzielle Mittel für die Bauplanung und die bauvorbereitenden Maßnahmen. Die Gelder werden aus Steuermitteln bereitgestellt. In diesem Sommer soll ein Antrag zur Errichtung der geplanten Dauerausstellung bei der Bundesregierung für Kultur und Medien vorgelegt werden. Damit soll die Finanzierung des Ausbaus vervollständigt werden. Die Gelder ermöglichen dem Trägerverein die nächsten planerischen Schritte.

Die Kunstministerin bedankte sich bei dem Verein, der sich seit seiner Gründung im Jahr 2011 für die Errichtung einer Lern- und Gedenkstätte engagiert.  Trotz der langen Wartezeit betont Dr. Eva-Maria Stange die Relevanz der Gedenkstätte für die Zukunft. Die Errichtung der Gedenkstätte soll mit sogenannten PMO-Mitteln erfolgen. Diese bestehen aus dem Vermögen von Parteien und Massenorganisationen der DDR. Zudem wird der Umbau von der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Stadt Chemnitz und weiteren Beteiligten unterstützt.

Auf 1800 m² Nutzfläche soll das Konzept nun realisiert werden. Geplant ist eine Dauerausstellung sowie ein Dokumentationsprojekt von 20 lebensgeschichtlichen Interviews mit Zeitzeugen.Die Eröffnung des Lern- und Gedenkorts ist für 2021 geplant.