Friedenstag in Chemnitz

Chemnitz- Es war der 5. März 1945, als Chemnitz zum Opfer eines schweren Bombenangriffs wurde. Fast 80 Prozent der Stadt lagen in Schutt und Asche, 2.100 Menschen starben allein in dieser Nacht.

Die Erinnerungen prägen unsere Stadt auch noch in diesem Jahr. Insbesondere heute, 75 Jahre nach dem Luftangriff, setzt der Friedenstag ein Zeichen für Frieden, gesellschaftliches Miteinander und gegen das Vergessen. Der Friedenstag wird seit fast 2 Jahrzehnten von der Arbeitsgruppe Chemnitzer Friedenstag organisiert. Den ganzen Tag über findet ein buntes Programm statt.

Bereits um 11 Uhr wurde am Neumarkt das Chemnitzer Friedenskreuz eröffnet. Gleichzeitig zeigt die Vereinigung der Verfolgten des Nasziregimes Bund der Antifaschisten Chemnitz eine Ausstellung über die Chemnitzer Kriegsspuren- Orte der Erinnerung. Viele weitere Stände verwandeln den Neumarkt heute in eine Gedenk- und Aktionsfläche. So auch die Aktion „Kein Hass in meinem Namen“, organisiert von der Saxony International School. Die Kids haben im Kunstunterricht T-Shirts mit verschiedenen Friedensbotschaften und -symbolen verziert. Ein Zeitzeugenfilm bringt den Schülern die Kriegzustände näher. Diese Generation ist im Frieden aufgewachsen. Dennoch gibt es auch heute noch Grund zur Sorge.

Die Zahl derer, die sich bewusst an diesem Tag mit der Problematik Krieg und Frieden beschäftigen, ist so groß wie nie, auch in den Nachwuchsgenerationen. Es zeigt sich jedoch auch ein Anstieg rassistischer und rechtsextremer Realität in unserer Gesellschaft. So wurden heute die Kriegsdenkmäler auf dem Städtischen Friedhof mit Graffiti beschmiert. Die Schmierereien wurde jedoch bereits vor der Kranzniederlegung um 9 Uhr beseitigt. Auch die alljährlichen Friedenswege führten die Chemnitzer wieder von 5 Kirchen zum Neumarkt. Dort wird der Tag schließlich um 18 Uhr mit der Hauptveranstaltung „Kultur- Sprache -Religion“ abgerundet.