Handwerksammer Chemnitz begeht 22. Tag der Bildung

Der Fachkräftemangel ist und bleibt ein großes Problem im Freistaat. Auch in diesem Jahr können wohl nicht alle freien Lehrstellen besetzt werden. Und das merkt man am Markt. Die Handwerkskammer Chemnitz versucht gegenzusteuern, z. B. mit dem Tag der Bildung. Dieser fand nun zum 22. Mal statt. Nachdem der beliebte Informationstag 2 Jahre lang pandemiebedingt unterbrechen musste, lockte das Event rund um das Thema Ausbildung bei bestem Wetter wieder zahlreiche Interessierte in die Ausbildungsstätten der Kammer. Zwar fanden auch in den vergangenen Jahren immer wieder  Veranstaltungen  zum Thema Ausbildung statt, aber eben nur online und so ohne die Möglichkeit, den künftigen Traumjob hautnah zu erleben.  Und so war es kein Wunder, das zahlreiche Betriebe aus der Region Ihr Können unter Beweis stellen und an den zukünftigen Auszubildenden bringen wollten. Und der Bedarf an Nachwuchs ist groß. Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft bleiben bis zu 40 Prozent aller Ausbildungsplätze unbesetzt. Umso beliebter sind Veranstaltungen und Jobmessen, auf denen man sein Know-how zeigen kann. In dem Zusammenhang gilt der Tag der Bildung  mit seiner Ausrichtung als gute Möglichkeit, den Facharbeiter von morgen zu rekrutieren.

Was auf den ersten Blick auffiel, war die Praxisnähe, mit der um die zukünftigen Auszubildenden geworben wurde. Ob fräsen von Mini-Nischeln, moderne Rohrschweißtechnik oder alte Handwerkskunst wie das Schmieden. Überall konnte mit angepackt und ausprobiert werden. Wie in allen Branchen hält natürlich auch im Handwerk immer mehr die Digitalisierung Einzug. Wo früher mit verölten Händen an Motoren gearbeitet wurde und  verstaubte Blaumänner zum Tagesgeschäft gehörten, ergänzen oder ersetzen zahlreiche digitale Helfer in vielen Bereichen traditionelle Techniken. Was manchem ein Graus ist, wird in der Zukunft dringend benötigt. Gerade mit Blick auf die drängenden Probleme wie zum Beispiel die Energiewende werden händeringend Fachkräfte gesucht, die diesen Wandel auch im Bereich des Handwerkes mit voranbringen. Und so versteht sich der Tag der Bildung auch als Schaufenster des Berufsbildes von morgen.

Eine Riesenaufgabe also, die da in der Praxis vor Ort gelöst werden muss. An der Basis und nicht im Ministerium. Den zukünftigen Auszubildenden war das große und ganze allerdings  eher unwichtig. Bei den Facharbeitern von morgen stand das Interesse an den einzelnen Berufsbildern im Vordergrund. So tat die reiche Angebotspalette an handwerklichen Berufen und vor allem eben  die praxisnahe Präsentation derer  ihr Übriges und präsentierte das Handwerk in all seinen Facetten. Vor allem diese Vielfalt war es  aber eben auch die moderne Art der Unternehmenskommunikation Ort, die freundlich und professionell die jeweiligen Spezifikationen der einzelnen Ausbildungsberufe den Interessenten im persönlichen Gespräch näher brachte, die beim Zielpublikum gut ankam.

Bleibt zu hoffen, dass der ein oder andere im Nachgang von einer Berufsausbildung überzeugt werden kann, denn wie eingangs schon erwähnt, herrscht ein Mangel an Auszubildenden. Bewerber sind rar und das in einer Region, in der auch vermehrt Nachfolger für kleinere Unternehmen gesucht werden. Ausbildungsmessen und Informationsveranstaltungen wie der Tag der Bildung in den Ausbildungswerkstätten der Handwerkskammer Chemnitz sind deshalb ein wichtiger Baustein für die Zukunftssicherung im Freistaat. Denn mit einem attraktiven Angebot und vor allem dem sichtbar machen dessen, kann man den Problemen am Ausbildungsmarkt entgegentreten und aktiv dazu beitragen, das die Unternehmen im Freistaat eine sichere Personalperspektive haben und dementsprechend planen können. Vor Ort, auf dem Gelände der Handwerkskammer Chemnitz ist man sich der Lage bewusst und versteht sich als wichtiger Partner der Betriebe bei der Bewältigung des Fachkräftemangels.

Die Fülle an Ausstellern bei der Veranstaltung zeigt, wie hoch das Thema Fachkräftesicherung bei den Unternehmen angehangen ist. Kein Wunder, denn die Situation auf dem Ausbildungsmarkt scheint sich zumindest mittelfristig nicht zu entspannen.  Mit 36 Ausbildungsberufen und 1900 Auszubildenden unterstützt die Handwerkskammer in Chemnitz die Betriebe nach Kräften bei der Rekrutierung von Facharbeitern. Allerdings wird das nicht reichen, um die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage auf dem für die Zukunft und den Wohlstand  des Freistaats Sachsen so wichtigen Arbeitsmarkt langfristig zu schließen. Vielleicht bräuchte es  mehr Formate wie den 22. Tag der Bildung, um zukünftigen Arbeitskräften handwerkliche Berufe wieder schmackhaft zu machen. Auch nächstes Jahr wird die bewährte Veranstaltung wieder stattfinden. Wer bis dahin nicht warten will, kann sich natürlich auch auf der Internetseite der Handwerkskammer Chemnitz über Aus- und Weiterbildungen informieren, seinen beruflichen Traum unter Anleitung von Experten wahr werden lassen und so dafür sorgen, dass der Fachkräftemangel in Deutschland in Zukunft der Vergangenheit angehört.