Innovation auf dem Fußballplatz

Seit Ende August wird auf der Forststraße gebaut – und zwar ein Kunstrasenplatz für den Chemnitzer Polizeisportverein. Die Entstehung so eines Platzes ist an sich nichts Weltbewegendes. Der Kunstrasen, der hier verwendet wird, ist jedoch besonders, denn das üblicherweise verwendete Kunststoffgranulat entfällt. Und damit wird auf dem Platz nachhaltig was für die Umwelt getan.

Wie das Fraunhofer-Institut in einer Studie nachgewiesen hat, sind Kunstrasenplätze der drittgrößte Umweltverschmutzer was Mikroplastik angeht. Und auch die Europäische Chemikalienagentur hat angeregt, dass zukünftig auf synthetischen Granulat verzichtet werden sollte. Tatsächlich könnte es dazu in Zukunft auch eine entsprechende Gesetzesvorlage geben. Daher wurde zum Stadtrat am 30. September darüber abgestimmt, wie zukünftig mit Kunstrasenplätzen umgegangen werden sollte. Die SPD beantragte, dass zukünftig der Umwelt zuliebe nur noch alternative Granulate aus Kork, Quarzsand und anderen natürlichen Füllmaterialien verwendet werden sollten. Das betrifft sowohl Neubauten, als auch die bereits vorhandenen Kunstrasenplätze. Diese sollen nämlich umgerüstet werden auf natürliche Füllmaterialien. Der Stadtrat stimmte zu, dass geprüft werden soll, wie teuer eine Umrüstung wäre und wie das Kunststoffgranulat möglichst schonend ausgetauscht werden könnte.

Der im Bau befindliche Kunstrasenplatz bietet jedoch noch eine weitere Alternative. Der neue Platz des Chemnitzer Polizeisportvereins wird nämlich ganz ohne Füllmaterial auskommen durch eine Verdichtung des Rasens. Dieses Verfahren wird erstmals in Sachsen angewendet. Damit wird der Kunstrasenplatz an der Forststraße quasi zum Modellversuch.

Der Platz soll Ende November fertiggestellt sein und wird rund eine halbe Million Euro kosten.