Kriminalstatistik 2020: Bekämpfung häuslicher Gewalt muss Priorität haben

Sachsen – In der heutigen Pressekonferenz der sächsischen Regierung war neben der aktuellen Corona-Situation, vorgetragen von Petra Köpping, die Kriminalitätsstatistik des vergangenen Jahres großes Thema. Innenminister Prof. Roland Wöller und der Präsident des Landeskriminalamtes Sachsen, Petric Kleine, stellten die Polizeiliche Kriminalitätsstatistik Sachsen 2020 vor.

Valentin Lippmann, innenpolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag fordert oberste Priorität bei der Bekämpfung häuslicher und sexualisierter Gewalt. 

„Dass das Jahr 2020 im Zeichen der Einschränkungen durch Corona stand, zeigt sich auch in der PKS. So spielen Straftaten nach dem Infektionsschutzgesetz normalerweise keine Rolle. Leider haben sich auch die Befürchtungen bestätigt, dass der Lockdown u.a. zu einem Anstieg von Straftaten der häuslichen Gewalt beigetragen hat. Generell muss der Bekämpfung der sexualisierten und häuslichen Gewalt mit Blick auf die neuesten Zahlen eine hohe Priorität eingeräumt werden. Es ist leider zu befürchten, dass auch die jüngsten Zahlen lediglich ein Teil des Problems offenbaren, da gerade bei häuslicher Gewalt viele Straftaten nicht angezeigt werden. Die vom Landtag im September auf Antrag der Koalitionsfraktionen in Auftrag gegebene Dunkelfeldstudie ist daher wichtiger Schritt zu mehr Klarheit. Gleichzeit müssen die Hilfestrukturen für Opfer häuslicher und sexualisierter Gewalt, wie vom Landtag gefordert, flächendeckend und zügig ausgebaut werden. Bei zukünftigen Entscheidungen über Einschränkungen aufgrund der COVID19-Pandemie gilt es einmal mehr, Präventions- und Schutzangebote offen zu halten“, so Lippmann.